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Infektsaison
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Blut spenden, wenn die Nase läuft?

Wer krank ist, fällt fürs Blutspenden erst einmal aus. Je nach Schwere des Infekts richtet sich die sogenannte Rückstellfrist, bis man wieder zum Spenden bereit ist. Ein Überblick.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 06.11.2025  09:00 Uhr

Grundsätzlich kann jeder Mensch, der mindestens 18 Jahre alt ist, nicht weniger als 50 Kilogramm wiegt und gesund ist, Blut spenden, informiert der DRK-Blutspendedienst vom Deutschen Roten Kreuz. Erhöhte Infektionszahlen – wie immer in der Herbst-Winter-Saison - wirken sich freilich negativ auf das Spendeaufkommen aus.

Wichtig ist: Wer krank war, sollte nicht gleich am ersten symptomfreien Tag wieder zum Blutspenden gehen. Wie lange man warten sollte, hängt davon ab, wie schwer der Infekt oder eine ärztliche Behandlung war. Der DRK-Blutspendedienst rät zu folgenden Wartezeiten:

  • nach einem gewöhnlichen grippalen Infekt ohne Komplikationen: sieben Tage ab Symptomfreiheit. Ein Puffer von einer Woche nach Abklingen der Beschwerden sei sinnvoll.
  • nach einer Infektion mit Fieber: 28 Tage ab Symptomfreiheit
  • nach der Einnahme eines Antibiotikums oder Glucocorticoiden: vier Wochen nach der letzten Applikation
  • Personen, die mit SARS-CoV-2 infiziert und erkrankt waren , müssen bis vier Wochen nach Ausheilung warten, bevor sie wieder Blut spenden dürfen.

Eine Influenzaimpfung ist übrigens kein Rückstellgrund. Wer sich gegen Grippe hat impfen lassen und sich rundum wohl fühlt, darf bereits einen Tag nach der Impfung wieder Blut spenden. Die Regeln sollen sowohl diejenigen schützen, die Blut spenden, als auch die, die es empfangen. Ob man zum Spenden geeignet ist, prüft tagesaktuell auch immer noch ein Arzt, teilt der Blutspendedienst mit.

Zahnarzt und Tattoos

Nach einer Routinekontrolle sowie einer professionellen Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis ist die Blutspende nach einem Tag Rückstellfrist wieder möglich. Wenn sich bei der Untersuchung jedoch Entzündungen oder Komplikationen ergeben, kann die Rückstellfrist länger andauern. Und steht eine Wurzelbehandlung an, dann sind vier Wochen nach Abschluss der Behandlung abzuwarten, bis Blutspenden wieder möglich sind.

Und wie sieht die Rückstellfrist bei Menschen mit Tattoos aus? Nach einer frischgestochenen Tätowierung hält der DRK-Blutspendedienst eine viermonatige Wartezeit für angemessen. Die Begründung: »Wir vom DRK-Blutspendedienst können nicht nachvollziehen, wo und unter welchen hygienischen Bedingungen das Tattoo gestochen wurde. Die Tätowierung an sich stellt nicht das Problem dar, sondern der Fakt, dass die Haut penetriert wurde. Um sicherzustellen, dass keine Infektion oder Entzündung vorliegt, gibt es eine viermonatige Wartezeit. Sollte es etwa zu einer Hepatitisinfektion gekommen sein, ist sie nach vier Monaten im Blut nachweisbar.«

Eine ausführliche Auflistung von Medikamenten, bei denen keine Blutspende möglich wäre, gibt es im Übrigen nicht. »Oftmals ist es nicht das Medikament, das Auskunft über den Rückstellungszeitraum gibt, sondern die dahinterliegende Krankheit«, begründet der DRK-Blutspendedienst. Die Experten betonen, dass eine Arzneimitteleinnahme nicht generell zum Ausschluss für eine Blutspende führt. Nehmen die Patienten etwa Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen ein, könne dennoch das Erythrozytenkonzentrat und das Plasma verwendet werden.

Auch interessant: Beim Blutspendetermin wird die Spende speziell markiert. Ein brauner Aufkleber bedeutet zum Beispiel, dass auf Grund bestimmter Medikamenteneinnahme nur ein Erythrozytenkonzentrat hergestellt werden kann, bei einem lilafarbenen Aufkleber kann kein Frischplasma daraus hergestellt werden.

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