| Johanna Hauser |
| 23.01.2026 14:00 Uhr |
Neben Hitzewallungen können auch unspezifische Symptome wie Schwindelgefühle den Beginn der Wechseljahre einläuten. / © Adobe Stock/fizkes
Die Wechseljahre betreffen die Hälfte der Bevölkerung, in der ärztlichen Ausbildung spielt das Thema jedoch kaum eine Rolle, sagte Professor Dr. Vanadin Seifert-Klauss auf dem Pharmacon in Schladming. Erst Dank erhöhter medialer Präsenz rücke es wieder in den Fokus, so die Referentin, die am Klinikum rechts der Isar das Endometriose- und das Osteoporosezentrum leitet.
Wann der Eintritt in die Wechseljahre erfolgt, ist von vielen Faktoren abhängig. Einkommen, Bildung und Beruf spielen ebenso eine Rolle wie bestehende Erkrankungen wie Diabetes, das Körpergewicht oder der Raucherstatus.
Die Menopause, die im Mittel im Alter von 52, 5 Jahren eintritt, beschreibt den Zeitpunkt der letzten Menstruation. Die Zeit vor der letzten Blutung, die Perimenopause, kann sich über einen Zeitrahmen von bis zu zehn Jahren erstrecken und wird in eine frühe und eine späte Übergangsphase unterteilt.
Professor Dr. Vanadin Seifert-Klauss / © PZ/Alois Müller
Die frühe Übergangsphase zeichnet sich durch Zyklen aus, die Unregelmäßigkeiten von sieben Tagen und mehr aufweisen. Im Median beginnt diese Phase mit 47 Jahren. Während der späten Übergangsphase treten Phasen mit Amenorrhoe von über 60 Tagen auf und oft erstmals vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt die letzte Blutung innerhalb der nächsten vier Jahre eintritt, liegt bei 95 Prozent.
Die Herausforderung besteht allerdings darin, den Beginn der Wechseljahre zu erkennen, da die Symptome durchaus anderen Erkrankungsbildern zugeordnet werden können. Während Hitzewallungen allgemein bekannt sind, stehen Brustspannen, Schlafstörungen und Libidoverlust schon weniger im Fokus. Herzrasen, Panikattacken, Kopf- und Gelenkschmerzen oder Schwindelgefühle können jedoch erst einmal andere Erkrankungen vermuten lassen. Hitzewallungen können – je nach Zeitpunkt des Erstmanifestation – sieben Jahre und mehr andauern.
Postmenopausal kann der Blutdruck steigen, da die Gefäße durch den Estrogenmangel und andere Faktoren wie Alter und Stress ihre Elastizität verlieren. Dabei steigert bereits eine milde Hypertonie bei Frauen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Eindrücklich schilderte Seifert-Klauss, wie die Einnahme von Biotin die Messwerte von Bluttests beeinflusst. Eine seit acht Jahren postmenopausale Patientin habe Estrogenspiegel von 200 pg/ml in Bluttests erreicht. Nach Weglassen des Biotinpräparats sei der Wert im Test dann »postmenopausal normal« (unter 20 ng/l) ausgefallen.