Verbrauchern rät das BfR, auf Liquids mit Kühlstoffen zu verzichten. / © Getty Images/Zeferli
Die in E-Zigaretten verwendeten Kühlstoffe können dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge der Gesundheit schaden. Alle bisher geprüften »Cooling Agents« können demnach unter anderem Leber und Nieren nachhaltig schädigen. Von der Verwendung solcher Kühlstoffe in E-Liquids sei abzuraten, da bereits bei mittlerem Konsum (fünf Milliliter pro Tag) von einem langfristigen Gesundheitsrisiko auszugehen sei. Völlig unklar sei derzeit noch, wie das Risiko für Lungenschäden einzuschätzen ist.
Das Bundesernährungsministerium hat eine Verordnungsänderung auf den Weg gebracht, wonach 13 Aroma- und Kühlstoffe, darunter Menthol und Eucalyptol, künftig nicht mehr verwendet werden dürfen, wie ein Sprecher kürzlich mitteilte.
Diverse chemische Substanzen genutzt Kühlstoffe werden den Liquids von E-Zigaretten beigemischt, um ein kühlendes und erfrischendes Mund- und Rachengefühl zu erzeugen. Dabei werden dem BfR zufolge diverse chemische Substanzen genutzt – viele seien geschmacksneutral und geruchlos. Andere wie Menthol seien mit einem charakteristischen Geruch und Geschmack verbunden. Die Konzentration der häufig synthetisch hergestellten Kühlstoffe in E-Liquids variiere stark, teils seien die Konzentrationen hoch.
In die aktuelle Bewertung wurden die Kühlstoffe Isopulegol/Coolact P, Menthylacetat, L-Menthyllactat, Menthol, Coolact 10, Menthon, Frescolat MGA, Eucalyptol und WS-12 einbezogen, zuvor waren WS-23, WS-3 und WS-5 bewertet worden.
Genutzt wurden Daten aus Studien zur oralen Aufnahme der Stoffe bei Tieren wie Ratten oder Mäusen. Für einige Substanzen, für die keine Daten verfügbar waren, wurden Studiendaten von strukturähnlichen Stoffen verwendet, wie es hieß.
»Die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen für die Allgemeinbevölkerung ist beim Dampfen von E-Zigaretten mit kühlenden Substanzen gegeben, im Besonderen bei mittlerem und starkem Konsum«, schließen die BfR-Experten. Für die Stoffe WS-12, Frescolat MGA und Menthyllactat könnten Gesundheitsschäden schon bei niedrigem Konsum (1 Milliliter/Tag) nicht ausgeschlossen werden.
Bei der Bewertung seien die Kühlstoffe jeweils separat betrachtet worden. »In der realen Anwendung könnte die Gesamt-Exposition gegenüber Kühlstoffen jedoch höher ausfallen, da viele E-Liquids Mischungen mehrerer Kühlstoffe enthalten.« Mischungen mit bis zu acht solchen Substanzen seien bekannt.