Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Migräne-App-Nutzer
-
Bewussterer Umgang mit Akutmedikation

Laut einer Umfrage achteten knapp drei Viertel der befragten Nutzer durch die »Migräne-App« bewusster auf die Einnahme ihrer Akutmedikation. Auch erwies sich die digitale Dokumentation als hilfreich in Arztgesprächen.
AutorLina Müller
Datum 07.10.2026  12:00 Uhr

Digitale Dokumentation scheint das Krankheitsmanagement bei Migräne zu unterstützen. Laut einer Nutzerbefragung hilft die kostenlose, frei verfügbare »Migräne-App« der Schmerzklinik Kiel den Betroffenen besser im Blick zu behalten, wie häufig sie Akutmedikamente einnehmen. Das gaben 74 Prozent der 1485 Befragten in einer Online-Umfrage der Schmerzklinik an, meldet die Techniker Krankenkasse (TK) in einer Pressemitteilung.

Rund die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer stimmte zu, dass sie Migräne- und Kopfschmerztage durch die digitale Anwendung besser erkennen können. Weitere 63 Prozent konnten sich nach eigener Einschätzung mithilfe der App besser auf Arztgespräche vorbereiten. Etwa acht von zehn Befragten berichteten, bei einem Termin Informationen oder Auswertungen der App genutzt oder vorgelegt zu haben. Laut 59 Prozent der Befragten hat die App dazu beigetragen, eine Behandlung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt zu besprechen, anzupassen oder neu zu beginnen.

App analysiert den Krankheitsverlauf

Betroffene können mit der »Migräne-App« dokumentieren, wann Attacken auftreten oder wie häufig sie Akutmedikamente benötigen. So können sie auch beobachten, wie sich die Erkrankung über die Zeit entwickelt. Zusätzlich bereitet die App die gemachten Angaben in Verlaufsanalysen auf – eine mögliche Unterstützung im Arztgespräch.

Die Anwendung sei seit etwa zehn Jahren kostenfrei, ohne Rezept und unabhängig von der Krankenkasse verfügbar, so die TK. Heruntergeladen wurde sie bereits 1,2 Millionen Mal. Ein Expertenteam der Schmerzklinik Kiel, des bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetzes und der TK entwickelte die App.

»Migräne geht mit intensiven Beschwerden einher und schränkt die Patientinnen und Patienten in ihrem Alltag häufig stark ein«, erklärt TK-Chef Jens Baas in der Pressemitteilung. Migräne ist weit verbreitet. Mehr als 10 Prozent der weiblichen und rund 3 Prozent der männlichen TK-Versicherten waren 2025 aufgrund von Migräne in ärztlicher Behandlung. 

Mehr von Avoxa