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Triple-negativer Brustkrebs
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Betablocker verlängern rezidivfreies Überleben

In einer retrospektiven Studie war die Einnahme von Betablockern bei dreifach negativem Brustkrebs (TNBC) mit einem reduzierten Risiko für Metastasen assoziiert. Auswirkungen auf den Primärtumor wurden nicht festgestellt.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 27.04.2023  09:00 Uhr

Modulation des sympathischen Nervensystem

Mechanistische Studien der Gruppe zeigten, dass die Chemotherapie mit Anthrazyklinen einen unerwarteten neuroaktiven Effekt auf die Mikroumgebung des Tumors hat. Die Forscher fanden heraus, dass Anthrazykline die Signale des sympathischen Nervensystems verstärken, entweder durch eine Steigerung der Dichte sympathischer Nerven im Tumor oder durch eine Verbesserung der Reaktion der Tumorzellen auf das sympathische Nervensystem durch eine Hochregulierung der Expression von β2-Adrenorezeptoren.

Ein Eingriff in die Wirkung von Doxorubicin auf die Signalübertragung des sympathischen Nervensystems, entweder auf Ebene der sympathischen Nerven im Tumor durch das Neurotoxin 6-Hydroxy-Dopamin (6-OHDA) oder auf Ebene der Rezeptoren in den Tumorzellen durch genetische Deletion von β2-Adrenorezeptoren oder durch pharmakologische Betablockade, verbesserte die therapeutische Wirksamkeit der Doxorubicin-Behandlung im Hinblick auf die Metastasierung.

Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass der Einsatz von Betablockern eine vielversprechende adjuvante Therapie für TNBC-Patientinnen sein könnte, insbesondere wenn die Patientinnen eine Chemotherapie mit Anthrazyklinen erhalten. Generell könnte die Modulation des sympathischen Nervensystems eine mögliche therapeutische Strategie in der Krebsbehandlung sein.

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