| Johanna Hauser |
| 22.01.2026 11:30 Uhr |
Eine gestörte Hautbarriere ist vielen dermatologischen Erkrankungen gemein. Um so wichtiger ist eine ausreichende Basispflege. / © Adobe Stock/ltyuan
»Treten Hauterkrankungen auf, gilt es, die Patienten frühzeitig gut zu versorgen und proaktiv Prävention zu betreiben, um Komorbiditäten und eine Kumulation der Krankheitslast zu vermeiden«, erklärte Professor Dr. Petra Staubach-Renz, Universitätsmedizin Mainz, anlässlich des Pharmacon in Schladming. Komorbiditäten können beispielsweise Asthma oder Depressionen, aber auch ein beeinträchtigter Nachtschlaf oder Knochengesundheit sein.
Zahlreiche Umwelteinflüsse wie UV-Licht, aber auch übermäßiges Waschen, können die Hautbarriere und/oder das Hautmikrobiom empfindlich stören. Eine gestörte Hautbarriere, Irritationen, Spannungsgefühl, Trockenheit und Rauheit sind alles Zeichen einer sensiblen Haut, die höherer Aufmerksamkeit bedarf. Mit dem gezielten Einsatz von Emollienzien kann man präventiv viel für die Haut tun. Der Einsatz von Filmbildnern, Feuchtigkeitsspendern und Urea oder Glycerin stärkt die Hautbarriere.
Sogenannte Emollienzien Plus, die zusätzlich Stoffe mit spezieller Wirkung enthalten, kommen gezielt beispielsweise bei Neurodermitis zum Einsatz. Hier sind Substanzen wie Licochalcon A, Saponine und Riboflavine enthalten, die Juckreiz reduzieren und die Abwehrfunktion der Haut stärken sollen.
Professor Dr. Petra Staubach-Renz / © PZ/Alois Mueller
Personalisierte Behandlung und Adhärenzförderung sind bei Patienten mit atopischer Dermatitis das A und O. Es helfe oft, den Patienten zu erklären, dass es sich um eine systemische Erkrankung handele und die sichtbaren Effloreszenzen lediglich die Spitze des Eisbergs darstellten, so die Referentin. Ziel einer Behandlung sei daher die Krankheitskontrolle, das heißt, das Vermeiden von Schüben, um die Entwicklung von Komorbiditäten zu unterbinden. Das Auftreten sichtbarer Hautveränderungen bedeute mitnichten ein Therapieversagen. Diese treten auch bei einer guten Krankheitskontrolle auf.
Patienten empfinden die Krankheitslast als besonders hoch, wenn sichtbare Hautbereiche von der Erkrankung gekennzeichnet sind, sagte Staubach-Renz. Daher ermöglichen neuere Leitlinien inzwischen Systemtherapien bereits auch dann, wenn nur bestimmte Hautareale betroffen sind.