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Beim Biosimilar-Austausch sind noch viele Fragen offen

Seit vergangenem Freitag müssen Apotheken laut Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beim Austausch von Biopharmazeutika neue Regeln beachten. Bei der Umsetzung des Beschlusses sind noch viele Details zu klären – darüber waren sich Expertinnen und Experten heute beim Symposium der AG Pro Biosimilars zum Thema »Automatische Substitution – und jetzt?« einig.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 21.03.2024  17:15 Uhr
Thomas Müller fordert Preiswettbewerb auch bei Biosimilars

Thomas Müller fordert Preiswettbewerb auch bei Biosimilars

BMG-Abteilungsleiter Thomas Müller erläuterte, dass der Gesetzgeber behutsam vorgehen und das Instrument der Hilfstaxe stärken wolle. Seiner Ansicht nach seien die Sparpotenziale aber noch nicht ausgeschöpft. »Auch bei den Biosimilars ist ein Wettbewerb notwendig. Und dieser Wettbewerb muss sich am Preis zeigen«, stellte Müller klar. Er kündigte an, dass die Apothekenreform in den nächsten vier Wochen kommen werde. Darin werde es auch Regelungen zur Hilfstaxe geben.

Christopher Kirsch von Sandoz warnte davor, den Kostendruck bei Biosimilars genauso stark zu verschärfen wie bei Generika. Die Biosimilarproduktion sei sehr komplex, die Eintrittshürde sei viel höher als bei Generika. »Wenn Standorte erstmal verdrängt sind, kommen sie nicht mehr zurück«, warnte er. BMG-Abteilungsleiter Müller hielt dagegen. Der Biosimilar-Markt sei technologisch anspruchsvoll, was die Produktion in Europa begünstige. Viele Neuzulassungen seien derzeit Biologika. »Wir arbeiten daran, dass es einen Wettbewerb gibt. Sonst würde es sich um Staatswirtschaft handeln«, stellte er klar. 

DAV-Vorstandsmitglied Fink plädierte hingegen dafür, das »Kind nicht mit dem Bade auszuschütten«. Es gebe ja bereits Einsparungen. Er sei auch dafür, Rabatte abzuschaffen. Denn er wolle bei Biosimilars keine Engpässe erleben wie etwa bei manchen Generika. Außerdem sei es wichtig, Versorgungsstrukturen zu erhalten. »Die Struktur, die jetzt noch besteht, sollte nicht zerstört werden. Wenn sie erstmal weg ist, wird es die Gesellschaft viel mehr kosten, sie wiederherzustellen«, gab Fink zu bedenken.

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