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Pilzinfektionen
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Bei Mundsoor auf Zahnhygiene achten

Weiße Flecken und ein Brennen auf der Zunge? Klingt nach einer Pilzinfektion. Wie man einem Mundsoor vorbeugt, wie man ihn wieder los wird und wo die Grenzen der Selbstmedikation liegen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 17.03.2026  10:00 Uhr

Nicht nur Babys und Kleinkinder, auch Erwachsene können von Mundsoor betroffen sein. Den Auslöser der Pilzinfektion habe jeder zweite Mensch in seinem Körper, sagt Julia Thome, Zahnärztin vom Kölner Zahnmedizinzentrum Carree Dental gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Meistens sei das kein Problem. Zu den Risikofaktoren bei Erwachsenen gelten die Anwendung von Breitbandantibiotika, die von inhalativen Corticosteroide bei Patienten mit Atemwegserkrankungen, Diabetes, eine gestörte Immunabwehr, aber auch das Tragen von Zahnprothesen.

Mundsoor kann bei Erwachsenen grundsätzlich auch in der Selbstmedikation behandelt werden. Wenn die weißen Flecken aber häufiger auf Zunge oder Mundschleimhaut auftauchen, es vielleicht sogar brennt oder schmerzt, sollte der Haus- oder Zahnarzt einen Abstrich machen. Apothekenteams sollten zudem Patienten zum Artzt schicken, wenn der Mundsoor erstmalig auftritt, von Schluckstörungen oder Appetitlosigkeit begleitet ist, eine prädisponierende Grunderkrankung vorliegt oder Arzneimittel angewendet wird. Ebenso sollte bei Schwangeren und Kindern ein Arztbesuch empfohlen werden.

Bei leichtem bis moderatem Befall wird lokal therapiert. Der Patient muss für einige Tage Tabletten mit einem Anti-Pilzmittel lutschen, eine Suspension oder ein Mundgel anwenden. Zum Einsatz kommen vor allem Miconazol, Nystatin und Amphotericin B. Letzteres ist verschreibungspflichtig.

Unterstützend zur Therapie sollte man möglichst wenig Zucker- und Hefehaltiges essen und trinken, empfiehlt Thome. Hilfreich sei auch, mit verdünntem Apfelessig oder warmem Salzwasser zu spülen. Bei längerem Mundsoor-Befall könne es wichtig sein, den Darm mit Medikamenten und passender Ernährung zu regenerieren.

Stress erhöhe das Risiko, dass die Mundflora gestört wird. Nicht zuletzt könne es an mangelnder Mundhygiene liegen, dass sich der Pilz ausbreitet. »Putze ich mir regelmäßig gründlich die Zähne und reinige zudem die Zunge mit einem speziellen Schaber, haben schädliche Ablagerungen kaum eine Chance«, sagt die Zahnärztin. Auch schlecht sitzende oder schlecht gesäuberte Zahnprothesen bieten Pilzen einen guten Nährboden. Die Prothesen daher am besten nach jedem Essen gründlich reinigen.

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