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PEI mahnt zur Eile
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Bei der Impfstoffbestellung in Verzug

Zwischen dem ermittelten Bedarf für die kommende Saison und den tatsächlichen Bestellungen von Grippeimpfstoffen gibt es aktuell signifikante Abweichungen. Darauf weist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hin. Apotheken und Arztpraxen sollten die Impfstoffe umgehend bestellen.
AutorKontaktPZ
Datum 18.03.2026  09:14 Uhr

Die Bestellung der Grippeimpfstoffe muss wegen der langen Vorlaufzeit bei der Produktion in jedem Jahr bis Ende März abgeschlossen sein, damit der Bedarf für die kommende Saison gedeckt werden kann. Für den aktuellen Vorbestellungszeitraum warnt das PEI vor einem Verzug bei der Bestellung; in diesem Jahr »weichen die vorbestellten Impfstoffdosen signifikant vom ermittelten Bedarf für die kommende Saison ab, was zu möglichen Einschränkungen der Impfstoffverfügbarkeit führen könnte.«

Alle Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker sollten daher ihre Bestellungen für die Saison 2026/27 noch vor dem 31. März 2026 abgeben, teilt das PEI mit.

Betroffen sind demnach sowohl die Standardimpfstoffe als auch der Hochdosis- und der MF-59-adjuvantierte Grippeimpfstoff, die beide für Personen ab 60 Jahren empfohlen werden.

Bei der Vorbestellung könnten die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) Orientierung geben, in die Alter und individuelle Risiken einer zu impfenden Person eingehen. Nach den im Juli 2025 aktualisierten STIKO-Empfehlungen sollten Menschen ab 60 Jahren auch in der Grippesaison 2026/2027 erneut mit einem Hochdosis- oder einem MF‑59‑adjuvantierten Influenza-Impfstoff immunisiert werden. Beide Impfstoffe enthalten die jeweils von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Antigenkombinationen.

RKI mit Übersicht zu Impfempfehlungen

Darüber hinaus rät die STIKO weiterhin allen Schwangeren zur Grippeimpfung – ab dem zweiten Trimenon, bei bestehender gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden bereits ab dem ersten Trimenon. Auch Personen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko, etwa aufgrund chronischer Atemwegs‑, Herz‑ oder Kreislauferkrankungen, Leber‑ oder Nierenleiden, Diabetes, anderen Stoffwechselstörungen, neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (einschließlich HIV), sollten sich impfen lassen. Auch Menschen, die durch ihren Beruf einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wird eine Impfung empfohlen.

Eine Übersicht aller Impfempfehlungen stellt das RKI auf seiner Website bereit.

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