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Ozempic
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Behörde warnt vor gefälschtem Diabetesmedikament

Das Regierungspräsidium Freiburg warnt vor gefälschtem Ozempic®. Die mutmaßlichen Fälschungen werden derzeit analysiert. Auch andere Länder könnten betroffen sein. Zweifelhafte Packungen sollen zur Apotheke gebracht werden.
Autordpa
AutorPZ
Datum 06.10.2023  10:15 Uhr

Das Regierungspräsidium Freiburg hat vor Fälschungen des Diabetesmedikaments Ozempic® von Novo Nordisk gewarnt. Von den Fälschungen gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit »erhebliche Gesundheitsgefahren« aus, wie das die für die Arzneimittelüberwachung auf regionaler Ebene zuständige Behörde am Donnerstagabend in Absprache mit dem Stuttgarter Sozialministerium mitteilte. Der Inhalt der Lösung der sichergestellten Ware wird derzeit analysiert; Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen.

Das Regierungspräsidium steht nach eigenen Angaben in engem Austausch unter anderem mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), mit dem dänischen Hersteller Novo Nordisk sowie mit Arzneimittelbehörden in weiteren Staaten. Es lägen Hinweise vor, dass die Lieferkette auch diese Länder betreffe.

Es sei nicht auszuschließen, dass sich mehrere gefälschte Packungen in Deutschland im Vertrieb befinden. Die Behörde weist Apotheken darauf hin, ausschließlich Packungen an Patienten abzugeben, die in der Securpharm-Verifikation des Data-Matrix-Codes unauffällig sind. Packungen mit auffälligem Scan sollten nicht abgegeben werden, auch wenn diese im äußeren Erscheinungsbild keine weiteren Auffälligkeiten aufzeigen. 

Falls gefälschte Medikamente auftauchten, müssten diese in eine Apotheke gebracht werden, hieß es vom Regierungspräsidium. Die AMK bittet Apothekerinnen und Apotheker, verunsicherte Patienten angemessen zu informieren. Fälschungsverdächtige Packungen sind in Quarantäne zu lagern und umgehend der zuständigen Behörde sowie der AMK unter www.arzneimittelkommission.de zu melden.

Andere Farben bei der Fälschung

Die Original-Pens seien von den Fälschungen optisch leicht zu unterscheiden, schreibt das Regierungspräsidium und verbreitet Fotos dazu. Ozempic wird als Injektion unter die Haut gespritzt. Beim Original-Pen ist der drehbare Ring im hinteren Bereich hellblau. Bei der Fälschung ist er grau. Der Injektionsknopf am Ende der Spritze ist bei der Originalspritze grau und bei der Fälschung blau. 

In Deutschland liegt die Überwachung des Arzneimittelverkehrs bei den jeweils zuständigen Behörden der Bundesländer. Sie können für deutschlandweit vertriebene Fälschungen Warnungen aussprechen.

»Ozempic« ist ein auf dem Wirkstoff Semaglutid basierendes Präparat. Es ist in Deutschland als Diabetes-Medikament zugelassen. Der Wirkstoff kann aber auch als Abnehmmittel insbesondere bei stark übergewichtigen Menschen eingesetzt werden. In Deutschland können Ärzte zu diesem Zweck seit diesem Sommer das Semaglutid-haltige Medikament »Wegovy« von Novo Nordisk verschreiben. Der Wirkstoff ist auch deshalb breiter bekannt, weil einige Promis damit abgenommen haben wollen.

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