Versorgungsauftrag erfüllen und neue Aufgaben meistern: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) begrüßt, dass die Honoraranpassung nun kommen soll. / © Imago/HMB-Media
Am kommenden Montag werden Apotheken in ganz Deutschland protestieren – für ein angepasstes Honorar und mithin dafür, den von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingeschlagenen Kurs zu stützen. Das Apothekenversorung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) befindet sich in in einer entscheidenden Phase des Gesetzgebungsprozesses; da seien klare Signale aus der Apothekerschaft ausschlaggebend, wie ABDA-Präsident Thomas Preis betont.
Zentrale Kundgebungen soll es in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München geben. Bundesweit sollen Apotheken an dem Tag schließen, die Versorgung soll über die notdiensthabenden Betriebe sichergestellt sein.
Von Ministerseite kommt Rückenwind für die neuerlichen Proteste; die Spitzen der Gesundheitsressorts unterstützen die Pläne. So unterstrich Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) gegenüber der PZ das »hohe Interesse« an einer guten wirtschaftlichen Lage der Apotheken. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wertete es als »gutes Recht« der Apotheken, für ihre Belange auf die Straße zu gehen, und sein Amtskollege aus Niedersachsen, Andreas Philippi (SPD), bekräftigte, dass bei zentralen Punkten wie Honorar, Zweigapotheken und PTA-Vertretungsregelung noch Anpassungen erforderlich seien.
Ähnlich sieht es auch Judith Gerlach (CSU), Gesundheitsministerin in Bayern. Es sei richtig, dass Bundesgesundheitsministerin Warken die zunächst zurückgestellte Fixumserhöhung nun angehen möchte, so Gerlach zur PZ. »Gerade Vor-Ort-Apotheken müssen rasch durch den Bund gestärkt werden. Eine auskömmliche Vergütung der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ist notwendig, damit die Apotheken vor Ort den Versorgungsauftrag flächendeckend erfüllen können.«
Ein höheres Honorar sei im Übrigen auch nötig, damit öffentliche Apotheken die angedachte Erweiterung der Präventionsangebote umsetzen könnten. »Denn zusätzlich benötigtes Fachpersonal muss ebenfalls finanziert werden.«
Nachbessern will die Ministerin bei der PTA-Vertretungsidee, an der das Bundesgesundheitsministerium (BMG) festhält, auch wenn der Rahmen noch einmal deutlich enger gezogen wurde. Die Bundesländer hatten sich in ihrer Stellungnahme zum ApoVWG gegen die PTA-Vertretungsbefugnis ausgesprochen; die Bundesregierung ging in ihrer Gegenäußerung aber nicht darauf ein und hält an der modifizierten Regelung fest.