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Jurist will Sonderprüfung
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Bayerische Versorgungskammer unter Druck

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) hat die Altersvorsorge von rund 2,7 Millionen Menschen in Händen. Angesichts der millionenschweren Verluste der BVK mit US-Immobilien verlangen Anwälte mehr Transparenz und wollen eine unabhängige Sonderprüfung durchsetzen. Sie fürchten, die Probleme könnten weit größer sein, als bislang angenommen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 11.03.2026  11:02 Uhr

Nach den Verlusten der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) mit US-Immobilien wollen besorgte Kunden eine unabhängige Sonderprüfung bei der Behörde durchsetzen. Der Münchner Rechtsanwalt Peter Mattil wirft der Kammer vor, jegliche Auskünfte zu blockieren. Deswegen stellte der Jurist eine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Aussicht. »Wir werden einen Wirtschaftsprüfer aussuchen und mit der Prüfung beginnen, sobald das Verwaltungsgericht uns recht gibt«, schrieb Mattil auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die Versorgungskammer führt die Altersversorgung mehrerer Berufe und staatlicher Einrichtungen. Neben den bayerischen Apothekerinnen und Apothekern sind etwa auch die bayerischen Rechtsanwälte dort versichert, so auch Mattil selbst. Die Kammer hatte wegen missglückter Immobiliengeschäfte in den USA 163 Millionen Euro abgeschrieben und weitere Risiken in Höhe von 690 Millionen Euro eingeräumt. In Summe geht es in den USA um Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, ein kleiner Teil der gesamten Kapitalanlagen von 122 Milliarden Euro. Zuletzt hatte die BVK versichert, trotz der US-Fehlinvestitionen bestehe keine Gefahr für die Altersversorgung der Versicherten. 

Probleme in den USA nur Spitze des Eisbergs?

Mattil und sein Anwaltskollege Stephan Greger fürchten jedoch, dass die Probleme in den USA nur die Spitze des Eisbergs sein könnten. »Wir wollen eine sogenannte Sonderprüfung durchsetzen und alle Investitionen der BVK durchleuchten«, heißt es in der Mitteilung der Juristen.

Bekanntes Beispiel einer Sonderprüfung aus den vergangenen Jahren ist die Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bei Wirecard, die im Frühjahr 2020 eine Vielzahl an Mängeln und ungeklärten Buchungen in Milliardenhöhe zutage gefördert hatte – wenige Monate später hatte der damalige Dax-Konzern Insolvenz angemeldet.

Aufgeschreckt worden sind Mattil und Greger aber nicht nur durch die bayerischen Ereignisse. In noch viel größere Schwierigkeiten als die BVK ist das Versorgungswerk der Berliner Zahnärztekammer geraten, das mit riskanten Investments mehr als eine Milliarde Euro verloren haben könnte, nahezu die Hälfte der gesamten Kapitalanlagen.

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