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Pregabalin und Gabapentin
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Auf Komedikation, Abhängigkeit und Suizidgedanken achten

Angesichts der Medienberichte über Todesfälle unter Pregabalin und Gabapentin in Großbritannien erreichen die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft derzeit vermehrt Anfragen. Sie weist noch einmal darauf hin, worauf Ärzte (und Apotheker) achten sollten.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.04.2024  17:00 Uhr
Vor allem die Kombination mit Opioiden ist problematisch

Vor allem die Kombination mit Opioiden ist problematisch

Wichtig zu wissen für die Patienten: Die meisten Todesfälle in Großbritannien traten bei zusätzlicher Opioid-Anwendung auf, sehr häufig missbräuchlich. Das zeigt eine Auswertung des englischen »National Programme on Substance Abuse Deaths« aus dem Jahr 2022. Es wurden 3051 Todesfälle im Zusammenhang mit Pregabalin und Gabapentin zwischen 2004 und 2020 detailliert ausgewertet. In mehr als 90 Prozent der Fälle wurden auch Opioide im Blut gefunden, während die Gabapentinoid-Konzentrationen in den meisten Fällen im therapeutischen Bereich lagen. Es wird eine Interaktion zwischen den beiden Stoffgruppen vermutet.

Die AkdÄ weist auch darauf hin, dass laut britischer Auswertung die Opioide als Komedikation zu den Gabapentinoiden nur in einem Viertel der Fälle ärztlich verordnet waren – umgekehrt bedeutet das, dass die meisten Opioide über den Schwarzmarkt konsumiert wurden, also von Arzneimittelmissbrauch auszugehen ist.

Nur in zwei Fällen wurden Gabapentin beziehungsweise Pregabalin allein als Todesursache angenommen. Allerdings scheinen 9,7 Prozent der Todesfälle unter Gabapentin und 5,4 Prozent der Todesfälle unter Pregabalin auf Suizid zurückzuführen zu sein.

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