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Unions-Gesundheitssprecherin
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»Auch über Rx-Versandverbot unterhalten«

Ein Rx-Versandverbot als Ultima Ratio gegen die Rabattschlachten der Versender – diese Forderung hat wieder Konjunktur, trotz EU-rechtlicher Bedenken. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt, kann sich einen solchen Schritt vorstellen. Denn die ständigen Auseinandersetzungen um den Versandhandel seien schädlich.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 23.09.2025  11:00 Uhr

Warken will Verbot »in den Blick nehmen«

Tatsächlich hatte der EuGH mit seiner Entscheidung aus dem Oktober 2016 die Rx-Preisbindung für EU-Versender hauptsächlich aus Wettbewerbsgründen gekippt; die Frage nach der Versorgungs- und Patientensicherheit stand dabei gar nicht im Raum. Bis heute fragen Gerichte regelmäßig nach Argumenten für eine stärkere Regulierung der Versender – zuletzt der Bundesgerichtshof (BGH) im vergangenen Juli im Verfahren Bayerischer Apothekerverband (BAV) gegen eine einstige Doc-Morris-Tochter. In seiner Urteilsbegründung ließ der BGH durchblicken, dass ihm stichhaltige Argumente für ein Bonus-Verbot fehlten.

Für Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist in der Sache noch nichts entschieden. Beim Deutschen Apothekertag in Düsseldorf ging sie zwar auf die EU-rechtlichen Bedenken ein, versprach aber gleichzeitig, dass sie das Thema auf die Agenda heben werde. »Aber ich will die Möglichkeiten, die es gibt, gerne auch noch mal in den Blick nehmen.«

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