| Jennifer Evans |
| 21.01.2026 07:00 Uhr |
Die Apothekerin Sonja Beer aus Winsen an der Aller hat auch für 2026 große Pläne – sportlich und beruflich. / © privat
Laufen hat Sonja Beer relativ spät für sich entdeckt – erst nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2015, wie die Apothekerin im Gespräch mit der PZ berichtet. Früher sei sie eher unsportlich gewesen, gesteht sie. Ihren ersten Marathon ist Beer dann 2017 gelaufen. Seitdem hat sie das Training nicht mehr losgelassen. Auch seit sie sich 2020 selbstständig machte, findet die Apothekerin Zeit für ihre Leidenschaft. Immerhin kommt sie nach eigenen Angaben auf rund zehn Stunden Sport pro Woche. »Man kann das neben der Selbstständigkeit schaffen«, will sie auch andere ermuntern.
Im vergangenen Jahr stand für die Inhaberin aus dem niedersächsischen Winsen an der Aller die bis dato größte Challenge an: Zwölf Marathon-Läufe in zwölf Monaten. Dabei hat sie vor allem eins festgestellt. »Mir liegen die längeren Strecken mehr als die kurzen.«
Entsprechend hat sie sich auch für dieses Jahr ein passendes Ziel gesetzt: 107 Kilometer rund um die Zugspitze. Angemeldet ist sie für den Rundkurs-Lauf im Juni. Dabei gilt es, bei allen Aufs und Abs insgesamt mehr als 5000 Höhenmeter zu überwinden. »Ich gehe davon aus, dass es rund 20 Stunden dauern wird«, sagt sie. Als größte Herausforderung für sich sieht sie die Nachtstunden. »Nachts zu essen, könnte für meinen Magen schwierig werden.«
Doch ohne eine gute Ernährung verpufft auch das beste Training. Beer plädiert für viel Proteine und Omega-3-Fettsäuren. Aber ebenso wichtig bleibe, sich selbst nichts zu verbieten: »Mich sieht man auch mal mit einer Streuselschnecke«, gibt sie zu. Diszipliniert bleibt sie trotzdem und trainiert sechsmal die Woche. Der Effekt sei aber nicht nur körperlicher Natur. »Nach dem Training bin ich zufriedener. Und wenn ich dann in der Apotheke stehe, bin ich entspannter und auch besser gelaunt«, betont sie.
Inzwischen hat Beer sich selbst viel Wissen rund um die sportliche Leistungssteigerung angeeignet und Erfahrungen mit eigenen Coaches gemacht. »Mein Traum wäre es, mein Hobby mit meinem Beruf zu verbinden.« Und daran arbeitet sie gerade. Konkret plant sie für ihre Apotheke einen Schwerpunkt Sportberatung. Dafür hat sie bereits ihr Sortiment ausgeweitet und etwa durch Energiegele, Hydrationslösungen oder Muskelprodukte ergänzt. Künftig will sie auch Bluttests in der Offizin anbieten, um etwaigen Mangelerscheinungen bei Freizeitsportlern auf die Spur zu kommen.
»Der Bedarf an Sportberatung aus der Apotheke steigt«, ist sie sicher. Es ist Beer eine Herzensangelegenheit, in diesem Bereich solide zu beraten. Es gebe so vieles zu bedenken, wenn es um Themen wie die Ernährung vor und während der Wettkämpfe, Leistungssteigerung, Dehydrierung und Regeneration gehe. »Leider laufen viele einfach drauf los«, bedauert sie und will das am liebsten ändern.
Wetterfest: Wer Marathon läuft, muss sich für Wetterextreme wappnen. Die Apothekerin Sonja Beer läuft lieber, wenn es kalt ist. / © privat