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ABDA-Stellungnahme
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Apotheker strikt gegen Paxlovid-Abgabe in Arztpraxen

Die Bundesregierung will den Zugang zu antiviralen Covid-19-Therapeutika erweitern und künftig Ärzten die Abgabe dieser Medikamente erlauben. Die ABDA lehnt es grundsätzlich ab, von dem eingespielten Abgabeweg über Apotheken abzuweichen.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 05.08.2022  16:00 Uhr

Apotheken checken Interaktionen und fördern Adhärenz

Die ABDA fordert »nachdrücklich«, von den geplanten Änderungen Abstand zu nehmen. Vielmehr sollten konstruktive Wege gesucht werden, im Miteinander der akademischen Heilberufe – Ärzte als medizinische Behandler, Apotheker als pharmazeutische Experten – die bestmögliche Arzneimittelversorgung für die betroffenen Patienten sicherzustellen, heißt es in der Stellungnahme.

Insbesondere die in diesen Fällen erforderlichen hochkomplexen Prüfungen möglicher Wechselwirkungen zwischen den jeweils eingenommenen Arzneimitteln müssten im vertrauensvollen und partnerschaftlichen Dialog zwischen den beteiligten Heilberufen vorgenommen werden.

Ohne die Einbindung der Apotheker mit ihren spezifisch pharmazeutischen Fachkenntnissen drohten ansonsten »eine qualitativ schlechtere Versorgung sowie damit verbundene Gesundheitsschäden, wenn potentielle Risiken nicht erkannt werden«. Darüber hinaus wirke auch die patientenindividuelle Beratungsleistung der Apotheker zusätzlich auf die Effektivität der Therapie und die Patientensicherheit hin.

Apotheken-Botendienst besser als Praxisbesuch

Neben dieser grundsätzlichen Kritik sieht die ABDA auch Probleme bei der Umsetzung der geplanten Regeln. An Covid-19 erkrankte Patienten müssten sich nach den geltenden Landesvorgaben isolieren. In den allermeisten Fällen legten Arztpraxen großen Wert darauf, dass dieser Personenkreis nicht persönlich in der Praxis erscheint, sondern in anderer Weise versorgt wird, betont die Bundesvereinigung.

An Covid-19 Erkrankte, die sich bereits in häuslicher Quarantäne befinden, würden mithilfe von etablierten Botendiensten der Apotheken zügig versorgt. Die Versorgungskette über die Apotheken funktioniere im Verordnungsfall (gegebenenfalls auch vorab telefonisch) bis zur Lieferung an die Haustür oder ans Krankenbett »sicher und effizient«. Für die nun vorgesehene direkte Abgabe der Arzneimittel durch die Ärzte würde hingegen ein direkter persönlicher Kontakt erforderlich werden, denn ein medizinischer Botendienst sei nicht existent.

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