| Alexandra Amanatidou |
| 08.04.2026 15:00 Uhr |
M. T. hat sich direkt die Augen gespült, die Polizei angerufen und die Apotheke verriegelt. Bis die Polizei eintraf, bediente er durch die Notdienstklappe weiter. »Es ist wichtig, dass man die Patienten versorgt«, sagt der Apotheker und fügt hinzu: »Außerdem wollte ich mich von ihm nicht kleinkriegen lassen.«
Für den Apotheker war es nicht das erste Mal, dass er im Dienst mit aggressivem Verhalten konfrontiert wurde. »Aber so etwas ist noch nie passiert«, sagt M. T. Am Telefon erzählt er von Beleidigungen oder davon, dass Leute mit Anzeigen drohen, wenn man ihnen ihr Medikament nicht ohne Rezept geben will. Auch während der Corona-Pandemie habe jemand versucht, eine Kollegin von ihm anzuspucken.
Zwar konnte er nach dem Angriff wegen des »blöden Brennens, vor allem an den Händen«, nicht gut schlafen, aber jetzt geht es ihm wieder gut. Kopfschmerzen und Jucken in den Augen hatte er in den letzten Tagen auch noch gehabt, dennoch wollte er wieder arbeiten. »Ich mache meinen Job eigentlich gern. Ich habe keine Angst«, so M. T.
Die Polizei bestätigte den Fall gegenüber der PZ und teilte mit, dass die Ermittlungen wegen Körperverletzung und Beleidigung gegen einen bislang noch unbekannten Täter andauern. Der Täter hatte jedoch laut M.T. mit Kreditkarte bezahlt. Außerdem gibt es Aufnahmen von ihm von der Überwachungskamera. »Ich persönlich glaube, dass derjenige, der dadurch mehr Schaden nimmt, der Täter sein wird. Nicht ich«, sagte der Apotheker.
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