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Göppingen
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Apotheker am Ostersonntag mit Pfefferspray angegriffen

In Göppingen in Baden-Württemberg wurde ein Apotheker am Ostersonntag während des Notdiensts mit Pfefferspray angegriffen. Trotz des Angriffs führte der Apotheker seinen Notdienst fort. Laut der Polizei dauern die Ermittlungen noch an.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 08.04.2026  15:00 Uhr
Apotheker am Ostersonntag mit Pfefferspray angegriffen

Mit verquollenem und geschwollenem Gesicht bediente M. T. am Ostersonntag die Patientinnen und Patienten in der Apotheke. Sie reagierten empathisch, als er ihnen von dem Angriff erzählte, der sich kurz zuvor in der Apotheke ereignet hatte. »Ich denke, Beleidigungen und Drohungen kennen alle Apotheker und manchmal auch PTA. Aber körperliche Gewalt, das sage ich Ihnen ehrlich, habe ich noch nie erlebt«, sagte der Apotheker am Telefon, der im Bericht anonym bleiben möchte.

Da die »Bless You«-Apotheke am Eichert direkt neben einem Klinikum liegt, ist auch während des Notdienstes viel los. Deshalb bediente der Apothekenleiter die Patientinnen und Patienten direkt in der Apotheke statt über die Notdienstklappe. 

Der Patient kam gegen 11 Uhr rein. Er hatte eine Lungenentzündung und wollte einen Reizhustenstiller mit Dextromethorphan kaufen. So berichtete es der Apotheker. Dieser riet ihm jedoch zu einem Hustenlöser: »Vom Atemgeräusch und vom Husten her klang er eher schleimig.« 

»Vielleicht schreibt er eine schlechte Google-Rezension«

Der Kunde sei zunächst »ein bisschen auffällig und beleidigend geworden«, erzählte der Apotheker der PZ am Telefon. Er wollte sich beschweren, weil ihm eine Dienstleistung abgelehnt worden war. »Nachdem ich ihm sagte, dass ich ihm das Produkt aus pharmazeutischen Bedenken auch ablehnen könnte, hat er sich ein bisschen beruhigt.«

M. T. verkaufte dem Patienten den Reizhustenstiller mit Dextromethorphan schließlich doch, da dieser noch einmal freundlich darum bat. »Vielleicht schreibt er eine wütende E-Mail oder eine schlechte Google-Rezension«, dachte der Apotheker, als der Kunde die Tür verließ. Ein paar Minuten später kam der Mann zurück. »Er meinte, er wolle sich für sein Verhalten entschuldigen«, so M. T.

Unerwartet streckte der Kunde seinen Arm unter dem Spuckschutz, den die Apotheke seit der Corona-Pandemie besitzt, hervor und sprühte dem Apotheker Pfefferspray ins Gesicht. »In dem Moment war es ein Schock«, teilt M.T. mit. »Was habe ich da jetzt ins Gesicht bekommen?«, habe er sich gefragt. Währenddessen hat ihn der Kunde beleidigt. »Er wollte hinter den Tresen«, sagt M. T. und fügt hinzu: »Als er mir zu nahe kam, bin ich nach hinten geflüchtet.« Kurz darauf ging auch der Angreifer.

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