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Protestaktionen in Bremen und Niedersachsen
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Apothekenstreik in Norddeutschland

Mit dem heutigen Protesttag wollen die Apothekeker auf die Problematik der Gesundheitspolitik aufmerksam machen. Sie haben mit einem massiven Personalmangel und einer sich immer mehr zuspitzenden Lieferengpasskrise zu kämpfen. 
AutorKontaktPZ
Datum 14.06.2023  09:20 Uhr

Aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung werden viele Apotheken in Niedersachsen und Bremen am heutigen Mittwoch geschlossen bleiben. Eine Regelversorgung wird deshalb heute nicht stattfinden und die Notfallversorgung wird ausschließlich über die Notdienstapotheken gesichert werden.

Der Landesapothekerverband Niedersachsen und die Bremer Apothekerkammer gehen von einer hohen Beteiligung der insgesamt fast 1.900 Apotheken an dem bundesweiten Protest aus.

Vorbereitung laufen seit Wochen

»Kolleginnen und Kollegen sind seit Wochen dabei, die Patientinnen und Patienten über den Protesttag zu informieren und aufzuklären, warum wir Apothekerinnen und Apotheker den Protesttag durchführen werden. Wir raten den Patientinnen und Patienten, bei denen die Medikation planbar ist, den Besuch in der Stammapotheke um einen Tag zu verschieben«, so Berend Groeneveld, Vorstandsvorsitzender des LAV Niedersachsen. »Die Bundesregierung hat ihr Versprechen, die Vor-Ort-Apotheken zu stärken, gebrochen. Die Politik spart das System Apotheke kaputt und gefährdet so die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten! Viele Apotheken sind bereits am Limit, andere müssen ihre Türen für immer schließen. Die Patientinnen und Patienten müssen sich wegen des Versagens der Politik auf noch längere Wartezeiten, verkürzte Öffnungszeiten in Apotheken und weitere Wege einstellen.«

Mit dem Protesttag wollen die Apotheken im Streit um höhere Honorare und bessere Arbeitsbedingungen den Druck auf den Bund erhöhen. Seit 2013 wurde die Apothekenvergütung nicht angepasst. Die Apothekerverbände haben einen Zehn-Punkte-Forderungskatalog aufgestellt und verlangen unter anderem eine Anhebung der Honorare für verschreibungspflichtige Arzneimittel von 8,35 Euro auf 12 Euro pro Packung.

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