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Halbjahresbilanz
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Apothekensterben in allen Bundesländern

Das Apothekensterben beschleunigt sich. Seit Jahresbeginn hat Deutschland 283 Apotheken verloren. Eine Abfrage der PZ bei den Landesapothekerkammern zeigt, dass alle Bundesländer von den Schließungen betroffen sind.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 22.07.2024  18:00 Uhr

Beschleunigtes Apothekensterben

Mit 283 Apothekenschließungen in sechs Monaten hat sich das bundesweite Apothekensterben 2024 noch beschleunigt. Im ersten Halbjahr 2023 schlossen in Deutschland 238 Offizinen, im ersten Halbjahr 2022 waren es 205. Die Apothekendichte beläuft sich bundesweit auf nur noch 21 Apotheken pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner – ein Wert, der weit unter dem Durchschnitt der Europäischen Union liegt (32). 

Jan-Niklas Francke ist Vorsitzender des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz und sieht den Hauptgrund für das Apothekensterben in der Unterfinanzierung der Offizinen. »Die Apotheken sind angewiesen auf faire Rahmenbedingungen der Bundespolitik. Die Apothekenvergütung ist gesetzlich festgelegt und wurde zuletzt 2013 um 3 Prozent erhöht, seitdem sind die Inflation um knapp 30 Prozent und die Kosten der Apothekenbetriebe um rund 60 Prozent gestiegen«, so Francke. 

Die geplante Apothekenreform habe jetzt schon verheerende Auswirkungen, da sie viele Betriebe verunsichere. In Rheinland-Pfalz habe es im ersten Halbjahr 2024 nicht eine Neugründung gegeben, gleichzeitig mussten 20 Apotheken schließen. Insgesamt versorgen noch 832 Apotheken die Menschen in Rheinland-Pfalz.

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