| Lukas Brockfeld |
| 09.10.2026 17:30 Uhr |
Theresa Holler, Ina Lucas, Tobias Leipold und Sven Morgenstern (v. l. n. r.) auf der Bühne beim TI-Summit in Leipzig. / © WACH Studio GmbH
E-Rezept, Onlineshops und assistierte Telemedizin – Apotheken werden immer digitaler. Welche neuen Entwicklungen gibt es, und welche Chancen entstehen daraus? Das war am Donnerstag Thema eines Panels beim TI-Summit in Leipzig.
Dafür waren Ina Lucas (Präsidentin der Apothekerkammer Berlin), Tobias Leipold (Geschäftsführer von Medivise Healthcare), Charlotte Schulze (Apothekerin in der Ahorn Apotheke Böhlen), Theresa Holler
(COO von Redcare Pharmacy) und Sven Morgenstern (Referent für Digitalisierung & Transformation der Landesapothekerkammer Hessen) eingeladen. Die Moderation übernahm Maike Frieben von der Gematik.
Ina Lucas erklärte, dass sich die gesamte Gesellschaft aktuell in einer enormen Transformationsphase befände, die unter anderem im Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel begründet sei. »Wir brauchen daher ein neues Rollenverständnis und eine ehrliche Diskussion über die Aufgabenverteilung und die Finanzierung unseres Gesundheitssystems«, sagte die Apothekerin. Reformen und Veränderungen müssten vom Patienten her gedacht werden und das Ziel haben, die Versorgung zu verbessern. »Da haben wir alle einen Auftrag, und die Apotheken werden sich einbringen.«
Charlotte Schulze arbeitet erst seit 2025 als Apothekerin. In ihrem Studium habe sie auch viel über die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) gelernt. »Es ist bei den pDL immer noch ein Knackpunkt, dass wir mit den Ärzten zusammenarbeiten wollen, aber von deren Seite kaum Feedback bekommen«, klagte die junge Apothekerin. Das sei oft ein Hindernis für die Entwicklung einer optimalen Therapie. Von den Patientinnen und Patienten bekäme ihre Apotheke allerdings sehr positives Feedback.
Auch Sven Morgenstern sah großes Potenzial in den pDL. Apotheken seien oft der erste Ansprechpartner für Menschen mit gesundheitlichen Problemen und sollten zum Beispiel durch Impfungen zum Gesundheitsdienstleister weiterentwickelt werden. »Früher hat der Hausarzt viele dieser Dinge gemacht, doch durch den demografischen Wandel gibt es kaum noch Termine. Wir müssen diese Lücke füllen und für die Patienten da sein«, sagte der Referent für Digitalisierung & Transformation. Schon in der Corona-Pandemie hätten die Apotheken gezeigt, dass sie den Menschen verlässlich vor Ort helfen können.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.