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DARE-Studie
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Apotheken helfen bei der Demenzfrüherkennung

Digitale Gedächtnistests, Fragebögen zu Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeiten sowie zur Herz-Kreislauf-Gesundheit und zur Depressionsvorsorge: Das erwartet die Teilnehmer an der DARE-Studie in 14 bayerischen Apotheken. Die PZ besuchte eine davon.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 23.10.2025  12:30 Uhr

Das Ergebnis lässt auf sich warten

Ist der Kunde fertig, schließt Wenkers den Test ab und sendet die Antworten an die Studienzentrale. »Die Tests werden nur anonymisiert mit einer Studiennummer weitergeleitet.« Einen ersten Überblick zum Testergebnis könne er dem Kunden sofort zeigen, aber bis eine ausführlichere Befundmitteilung aus der Studienzentrale zurückkommt, dauere es mehrere Wochen.

Für den Apotheker ist das unbefriedigend, denn die Teilnehmer wollten doch gleich wissen, wie sie abgeschnitten hätten. Außerdem seien manche der vorläufigen Bewertungen kaum nachvollziehbar. Kurz spricht von Startschwierigkeiten: »In vielen Pilotstudien treten zu Beginn technische Probleme auf. Diese werden wir schrittweise lösen und die Abläufe, etwa die Befundübermittlung, an die Bedürfnisse der Apotheken anpassen.« Auch in der DARE-Studie müssten einzelne Abläufe optimiert werden, aber »das ist Teil des Forschungsprozesses«.

Apotheken bekommen in der Studie eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro pro Teilnehmer. Das ist keine Vergütung einer pharmazeutischen Dienstleistung, aber Wenkers sieht angesichts des Zeit- und Personalaufwands Parallelen: »Es rechnet sich einfach nicht angesichts der erforderlichen Zeit.«

Er hofft auf Nachbesserungen und wünscht sich mehr Transparenz und Praktikabilität. Zugleich lobt er die Studienleitung: »Das Team ist immer ansprechbar und bemüht, die Probleme gemeinsam mit uns zu lösen.«

Erste Erfahrungen

»Bislang konnten wir nur einige Personen zur Teilnahme motivieren. Es ist zäh, Kunden dafür zu gewinnen«, sagt Wenkers. Das liege an Vorbehalten und Zeitproblemen der Zielgruppe, aber auch an den Ausschlusskriterien der Studie. Für Kurz gehören diese Erfahrungen zum Studienalltag. »Die Implementierung braucht Zeit und das Vertrauen in das neue Studienangebot muss erst wachsen. Wir überarbeiten gerade die Studienunterlagen, zum Beispiel die Flyer.«

Wenkers will mit seiner Apotheke jetzt durchstarten. »Wir wollen etwa zehn Kunden pro Monat testen. Um das zu erreichen, werden wir mehr Werbung machen, unter anderem auf der Apotheken-Homepage und auf unserem Instagram-Account.« Zudem wolle er Kontakt aufnehmen mit Haus- und Allgemeinärzten in der Umgebung. Diese könnten besorgte Menschen zur orientierenden Abklärung in die Apotheke schicken. Der Neurologe nebenan habe das neue Projekt der Apotheke bereits wohlwollend zur Kenntnis genommen. 

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