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Marketing und Management
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Apotheke trifft künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) und ihr rasant steigender Einsatz in der Arbeitswelt wird auch vor der Apotheke nicht halt machen. Apotheker Marc Kriesten ist überzeugt, dass die Apotheke vor Ort davon profitieren kann. Der Inhaber der Glückauf-Apotheke in Dinslaken setzt KI in seinem Unternehmen bereits ein.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 06.02.2024  13:30 Uhr
Apotheke trifft künstliche Intelligenz

Die Arbeit in der Apotheke ist von zwei Faktoren maßgeblich beherrscht: der Anwendung von Fachwissen und der Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden. In beiden Bereichen kann künstliche Intelligenz die Teams in den Apotheken unterstützen und den Betrieb damit effizienter machen.

Ein naheliegendes Einsatzgebiet ist laut Kriesten das Marketing. ChatGPT oder andere »intelligente« Chatbots können Texte entwerfen oder für Social Media Postings umschreiben. Im Idealfall nimmt die Technik dem Team so Arbeiten ab, für die es in den meisten Apotheken keine ausgemachten Experten gibt. Bildgenerierende KI wie beispielsweise Midjourney kann sogar die passenden Grafiken liefern.

Chat und Verfügbarkeitsabfrage

Auch in der direkten Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten kann KI zum Einsatz kommen. Kriesten verweist auf die Verfügbarkeitsabfrage der E-Rezept-App. Die KI kann – ausgestattet mit den passenden Datenbanken – zumindest einen Teil der Kommunikation automatisieren. Das gilt auch für den Austausch mit anderen Leistungserbringern. Wenn über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) strukturierte Daten verschickt werden, kann die KI dabei unterstützen.

Noch spannender wird der KI-Einsatz in der Beratung. Apps wie ADA Health zeigen laut Kriesten schon heute, wie die Diagnoseerstellung erleichtert und verbessert werden kann. Bei der Medikationsanalyse könne eine systematische Suche mit KI helfen, die Auswertungen zu beschleunigen.

Medikationsanalyse mit KI

Technisch möglich sind sogar Datenbanken, die sich selbst anlegen. Die KI wird mit entsprechenden Zugängen ausgestattet, besorgt sich die notwendigen Daten und wertet sie aus. Diese Informationen können dann in der Medikationsanalyse eingesetzt werden und dem Fachpersonal wertvolle Zeit bei der Eingabe von Daten ersparen.

Allerdings können solche Decision Support Systems (DSS) oder Entscheidungsunterstützungssysteme (EUS) je nach Ausgestaltung schon unter das Medizinprodukterecht fallen, mahnt Kriesten. Und im Umgang mit sensiblen Patientendaten ist das Thema Datensicherheit ebenfalls entscheidend. Kriestens Idee: Im Projekt ATHINA (Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken) könnten Trainingsdatensätze für eine datenschutzkonforme KI geschaffen werden.

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