| Alexandra Amanatidou |
| 16.10.2026 17:00 Uhr |
»Es ist richtig doof gelaufen«, sagt Apothekerin Bettina Müller-Plenk. Ihre Apotheke muss nach 160 Jahren schließen. / © Hirsch Apotheke
Es waren mal sechs Apotheken in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen), nun sind es drei. Ende des Jahres schließt nun die nächste. »Für die Versorgung, finde ich, ist es eine Katastrophe«, teilt Apothekerin Bettina Müller-Plenk der PZ mit. »Letztendlich ist das eine Institution in dieser Stadt, und es geht wieder etwas verloren, was auch für die Menschen hier sehr wichtig ist.«
Vor allem tue es ihr um die Menschen leid, die ihre Apotheke verlieren werden. In Zusammenarbeit mit einer Arztpraxis in der Nähe bietet die Apotheke Substitutionstherapie an. »Da sind auch Menschen dabei, die kenne ich seit über 20 Jahren«, sagt die Apothekerin und ergänzt: »Die verlassen sich auch einfach auf uns.«
Die Kreissparkasse Köln, die das Gebäude vermietet, möchte es abreißen. »Sie kamen hier zu dritt hereinmarschiert und haben gesagt, wir müssen investieren und alle Gebäude abreißen«, so Müller-Plenk, die ihre Apotheke seit 32 Jahren betreibt.
Vor zwei Jahren erfuhr die Apothekerin davon. Sie hat versucht, auf juristischem Weg eine Lösung zu finden. Erfolglos. »Das, womit ich sehr hadere, ist, dass die Apotheke eigentlich nicht schließen müsste, dass sie verkäuflich wäre, und dass denen das so egal ist«, so Müller-Plenk. Es soll zwei Interessenten für die Apotheke gegeben haben. Doch ein anderes Gebäude in der Innenstadt, in dem eine moderne Apotheke zukunftsfähig aufgestellt werden könnte, gibt es nicht.
Auf Anfrage der PZ teilt die Kreissparkasse Köln mit: »Unsere Vorstellung ist es, mit dem weitgehenden Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses sowohl Flächen für eine moderne Sparkassenfiliale zu schaffen als auch dem dringenden Bedarf nach Wohnraum Rechnung zu tragen.« Die Frage, was sie davon halten, dass es eine Apotheke weniger geben wird, bleibt unbeantwortet.
Apothekerin Müller-Plenk beklagt, dass ihr mehrfach deutlich gemacht wurde, dass es egal sei, ob es eine Apotheke mehr oder weniger im Ort gebe. »Auch vom Stadtrat interessiert sich niemand dafür, welche Arbeit man hier in 32 Jahren geleistet hat«, teilt die Apothekerin der PZ mit. »Wie ist es möglich, dass die Versorgungsleistung der Vor-Ort-Apotheken in der Politik, vor allem auch in der Lokalpolitik, so wenig Beachtung findet?«