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Versorgungsmangel
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AOK übernimmt Mehrkosten bei Salbutamol

Weil salbutamolhaltige Dosieraerosole nach wie vor nicht flächendeckend zum Festpreis verfügbar sind, können Mehrkosten für die Versicherten entstehen. Die AOK übernimmt diese ab Februar weiterhin. 
AutorKontaktPZ
Datum 03.02.2026  15:38 Uhr

Die Ausnahmeregelung gelte ab 1. Februar für die gesamte Zeit des offiziell festgestellten Versorgungsmangels, teilte die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit. Bis Ende Januar griffen Rabattverträge für salbutamolhaltige Sprays, sodass anfallende Mehrkosten automatisch mit der Kasse abgerechnet werden konnten. Mit der Ausnahmeregelung könnten Apotheken dies ab 1. Februar weiterhin tun, das habe die AOK gegenüber den Apothekerverbänden in Rheinland-Pfalz und im Saarland signalisiert. Die AOK-Versicherten müssten nicht in Vorleistung gehen. 

Die Vorstandsvorsitzende Martina Niemeyer betonte, dieser Schritt sorge für Entlastung und Sicherheit in einer angespannten Lage. Es brauche aber effektivere Maßnahmen, etwa ein Frühwarnsystem mit einer verpflichtenden Meldung über die gesamte Lieferkette. Zudem müssten Bevorratung und Lagerhaltung bei Großhandel und Herstellern unabhängig von bestehenden Rabattverträgen ausgebaut werden.

Engpass besteht seit 2023

Ende vergangenen Jahres hatten bereits die Ersatzkassen wissen lassen, dass sie die Mehrkosten für salbutamolhaltige Dosieraerosole übernehmen.  Seit 1. November 2025 hatte keine Ersatzkasse mehr einen entsprechenden Rabattvertrag. Alle Ersatzkassen (Barmer, DAK-Gesundheit, KKH, hkk, HEK, TK) hätten sich jedoch bereit erklärt, für die Dauer des Lieferengpasses die Mehrkosten für solche Dosieraerosole zu übernehmen, teilte der Deutsche Apothekerverband (DAV) damals mit.

Der Engpass bei salbutamolhaltigen Asthma-Notfallsprays besteht schon seit Ende 2023. Zu seiner Ursache gibt es verschiedene Ansichten. Während das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) von einer gestiegenen Nachfrage ausgeht, sieht zum Beispiel Hersteller Sandoz EU-Regularien als Produktionsbremse. Im Mai vergangenen Jahres kündigte das Unternehmen an, aus der Produktion auszusteigen, weil mit der vorgeschriebenen Umstellung der Fertigung zu hohe Kosten verbunden seien. Mit der EU-F-Gas-Verordnung soll der Einsatz fluorierter Treibhausgase wie HFKW (Hydrofluorkohlenwasserstoffe) schrittweise reduziert werden.

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