Die Apothekerschaft fordert seit langem eine Erhöhung des Fixhonorars und auch Gesundheitsministerin Nina Warken sicherte kürzlich im PZ-Talk eine Anhebung auf 9,50 Euro zu. Die AOK lehnt das allerdings ab und verweist auf die prekäre finanzielle Lage der GKV.
»Die Wirtschaftslage in Deutschland ist schlecht, das GKV-Beitragssatzniveau ist auf Rekordniveau, die Ausgabendynamik ungebrochen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken geht inzwischen selbst von einem zweistelligen Milliardendefizit aus, das 2027 zu stopfen ist. Und sie spricht von umfassenden Sparanstrengungen, an denen sich alle Akteure beteiligen sollen. Dementsprechend wäre es aus unserer Sicht inkonsistent und vollkommen verfehlt, in dieser angespannten Situation das Apothekenfixum zu erhöhen«, sagte Reimann.
Unter Verweis auf die angespannten GKV-Finanzen lehnt die AOK außerdem eine Aufweichung der wirtschaftlichen Abgabe von Arzneimitteln ab. »Dadurch würden vertragliche Regelungen außer Kraft gesetzt und Rabatterlöse riskiert. Auch hier geht es um viel Geld der Beitragszahlenden. Auf dem Spiel stehen insgesamt über sechs Milliarden Euro Einsparungen durch Rabattverträge pro Jahr«, warnte Reimann.
Die AOK-Chefin forderte für den weiteren parlamentarischen Prozess des Apothekenreformgesetzes einen »Realitäts-Check«, der die geplanten Maßnahmen und das prognostizierte finanzielle Defizit der GKV betrachtet. »Darüber hinaus muss die Apothekenreform auf die Arbeit der Finanzkommission Gesundheit abgestimmt werden«, so Reimann.