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Deutschland
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Anzahl der Impf-Befürworter gestiegen

Die Impfbereitschaft der Bevölkerung in Deutschland hat 2022 weiter zugenommen. Das zeigt eine aktuelle BZgA-Befragung. Erstmals ist der prozentuale Anteil der Impfbefürwortenden in Westdeutschland höher als in Ostdeutschland.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 20.04.2023  07:00 Uhr

Vom 23. bis zum 29. April findet die Europäische Impfwoche statt. Immer mehr Menschen in Deutschland stehen Impfungen positiv gegenüber, wie die Ergebnisse der Repräsentativbefragung »Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen« der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen. Der Trend hat sich demnach auch während der Coronapandemie fortgesetzt.

Befragt wurden 5000 Personen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren im Juli und August 2022. Insgesamt 83 Prozent gaben an, Impfungen befürwortend (56 Prozent) oder eher befürwortend (27 Prozent) gegenüberzustehen. 14 Prozent hatten zumindest teilweise Vorbehalte. Drei Prozent gaben an, eine ablehnende oder eher ablehnende Haltung zu Impfungen zu haben. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag der Anteil der Befürwortenden und eher Befürwortenden bei nur 61 Prozent der Bevölkerung.

Professor Dr. Martin Dietrich, kommissarischer BZgA-Direktor, betont in einer Pressemitteilung: »Die neuen Studiendaten zeigen eine allgemein hohe Impfakzeptanz und -bereitschaft in Deutschland. Der Langzeittrend der allgemeinen Impfbefürwortung hat sich auch über die Zeit der Coronavirus-Pandemie hinweg fortgesetzt. Dies kann im Ergebnis auch der Gesundheitskommunikation zum Thema Impfen zugeschrieben werden.«

Erstmals in Ostdeutschland weniger Befürwortende gegenüber Impfungen

Seit 2012 erhebt die BZgA regelmäßig Daten zu den Themen Infektionsschutz und Impfen. Bis 2020 befürwortete die Bevölkerung in Ostdeutschland Impfungen häufiger als die Befragten in Westdeutschland. 2021 hatte sich dieser Anteil in Ost- und Westdeutschland mit jeweils etwa 59 Prozent angeglichen. In der aktuellen Befragung gaben mit 57 Prozent erstmals mehr Befragte in Westdeutschland als in Ostdeutschland (51 Prozent) eine befürwortende Haltung gegenüber Impfungen an.

Im Gegensatz zum allgemeinen Trend halten immer weniger Menschen in Deutschland eine Coronaimpfung für wichtig, wie die BZgA-Daten zeigen. Im Jahr 2022 schätzten 83 Prozent der Befragten die Schutzimpfung für sich selbst als wichtig oder besonders wichtig ein. Im Vorjahr gaben dies noch 87 Prozent an. In der aktuellen Befragung gaben 16 Prozent an, die Coronaimpfung für sich selbst als weniger wichtig zu erachten (2021: 12 Prozent). Durch die bessere Verfügbarkeit von Coronaimpfstoffen und der zunehmenden Immunisierung der Bevölkerung sind schwere Krankheitsverläufe seltener geworden.

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