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Expertenmeeting in den USA
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Anpassung der Covid-19-Impfstoffe empfohlen

Ähnlich wie zuvor bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Anpassung des Covid-19-Impfstoffs an die JN.1-Variante empfohlen – jedoch mit Einschränkungen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 06.06.2024  11:12 Uhr

Nachdem die WHO bereits Ende letzten Monats empfohlen hatte, im Covid-19-Impfstoff für die Erkältungssaison 2024/2025 das von der Omikron-Variante XBB.1.5 abgeleitete Antigen gegen das entsprechende Antigen der Variante JN.1 auszutauschen, tagte gestern ein Beraterausschuss der FDA zu dieser Frage. Das ursprünglich für den 16. Mai angesetzte Meeting war verschoben worden, um weitere Überwachungsdaten und aktuelle Informationen in die Beratung mit einfließen lassen zu können. Die Sitzung war öffentlich und wurde auf dem YouTube-Kanal der FDA gestreamt.

Die Experten kamen zu einem einstimmigen Votum: Mit 16:0 Stimmen empfahl das Gremium der FDA, analog der WHO-Empfehlung die Impfstoffe auf Basis der aktuell zirkulierenden Variante JN.1 zu aktualisieren. Die Empfehlung markiert das dritte Remake für den Covid-19-Impfstoff seit 2022.

Basis für diese Entscheidung waren unter anderen Präsentationen der drei Hersteller von Covid-19-Impfstoffen Moderna, Biontech/Pfizer und Novavax. Diese legten übereinstimmend eine Aktualisierung des derzeit noch verfügbaren XBB.1.5-Impfstoffs nahe, da die jetzt verbreitet zirkulierende Variante JN.1. deutliche Immunfluchteigenschaften besitzt.

Allerdings ist JN.1 längst nicht mehr die dominante Variante. Die von JN.1-abgeleiteten FLiRT-Varianten KP.2 und KP.3 verdrängen immer effektiver JN.1, was die FDA-Beamten zu besorgten Nachfragen veranlasste, ob nicht diese Entwicklung stärker bei der Expertenempfehlung zu berücksichtigen sei. Dazu sagten Vertreter der Impfstoffhersteller, dass die aktuellen Daten darauf hindeuten, dass ein Impfstoff auf Basis der JN.1-Variante auch vor schweren Krankheitsverläufen schützen wird, die durch Infektionen mit KP.2, KP.3 und anderen Untervarianten von JN.1 verursacht werden.

Die letzte Entscheidung wird die FDA in naher Zukunft treffen. Vieles spricht dafür, dass auch die FDA der WHO-Empfehlung im Prinzip folgen wird. Allerdings blieb in dem Meeting offen, ob es eventuell auch eine Empfehlung für einen bivalenten Impfstoff geben wird. Für die Hersteller der mRNA-Impfstoffe wäre eine kurzfristige Anpassung kein größeres Problem. Das stellt sich für den proteinbasierten Impfstoff von Novavax anders dar, da die Herstellung derartiger Impfstoffe eine deutlich längere Vorlaufzeit benötigt.

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