| Theo Dingermann |
| 04.02.2026 18:00 Uhr |
Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, dass Kombinationen von Sportarten besonders effektiv sind. Das ermittelten die Forschenden, indem sie einen einfachen Varietätsindex in ihre Untersuchungen einführten, mit dessen Hilfe die Anzahl unterschiedlicher regelmäßig ausgeübter Aktivitätsformen erfasst wurde. Tatsächlich erwies sich der Aktivitätsmix als eigenständiger Prädiktor für Langlebigkeit. Studienteilnehmer mit der höchsten Aktivitätsvielfalt wiesen eine um rund 19 Prozent niedrigere Gesamtmortalität auf, die auch erhalten blieb, wenn die körperliche Aktivität für den Gesamtumfang adjustiert wurde.
Aber nicht nur die allgemeine Sterblichkeit, sondern auch die Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen waren signifikant reduziert. Modellvergleiche zeigten, dass die Berücksichtigung der Aktivitätsvielfalt die Erklärungskraft statistischer Modelle gegenüber solchen, die nur den Gesamtumfang berücksichtigen, deutlich verbesserte.
Besonders aufschlussreich sind die gemeinsamen Analysen von Aktivitätsmenge und -vielfalt. Innerhalb jedes Aktivitätsniveaus war eine höhere Vielfalt mit einer geringeren Mortalität assoziiert, ohne Hinweise auf statistische Interaktionen. Dies spricht dafür, dass unterschiedliche Bewegungsformen komplementäre physiologische Anpassungen fördern, etwa kardiorespiratorische Fitness, Muskelkraft, metabolische Regulation oder Knochengesundheit.
Somit zeigt die Studie, dass es mit Blick auf die langfristige Gesundheits nicht nur darauf ankommt, wie viel sich ein Mensch bewegt, sondern auch, wie vielfältig er sich bewegt. Das kann man durchaus als einen Paradigmenwechsel in der Bewegungsprävention einstufen: Künftig sollte die Motivation also nicht nur darauf abzielen, das Gesamtaktivitätsniveau zu steigern, sondern explizit auch darauf, regelmäßig verschiedene Bewegungsformen auszuüben, und zwar nicht nur Ausdauersport und Muskeltraining.