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KI und Prävention
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Alles hängt an den Daten 

Die Medizin setzt immer mehr auf Prävention. Künstliche Intelligenz eröffnet dabei neue Möglichkeiten. Am Montag wurde beim Talk-Format »Bild im Gespräch« deutlich, dass die Nutzung der Patientendaten ein entscheidende Faktor für das Gelingen neuer Präventionsangebote ist. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 06.07.2026  17:05 Uhr

Ein Impulsvortrag stammte vom Hendrik Streeck, Sucht- und Drogenbeauftragter der Bundesregierung. Der CDU-Politiker und Virologe klagte, dass die aktuellen Präventionsangebote, beispielsweise im Bereich Alkohol oder Sport, sehr pauschal und nicht auf das Individuum zugeschnitten seien. Viele Menschen hätten daher Probleme, ihre guten Absichten in die Tat umzusetzen. KI könne vor allem dann eingesetzt werden, wenn sich Lebensgewohnheiten wie Alkoholkonsum oder Schlafmangel in eine negative Richtung entwickeln. »KI kann die Menschen darauf hinweisen und ihnen konkrete Ratschläge geben, wenn sie beispielsweise über mehrere Wochen zu wenig schlafen«, erklärte der Drogenbeauftragte.  

Die Umstellung der Medizin auf Prävention sei unbedingt nötig, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Streeck äußerte sich sehr optimistisch, dass die von der Bundesregierung geplante Einführung eines Primärversorgungssystems viel verbessern wird. Insbesondere die Überwindung der Quartalslogik in Arztpraxen könne viel bewirken. »Wenn wir eine Kapitation bekommen, in der der Arzt schon für das Einschreiben eines Patienten eine Vergütung bekommt, dann hat der Arzt ein wirtschaftliches Interesse daran, den Patienten so gesund wie möglich zu erhalten. Das würde die Logik im System ändern«, so der Virologe. 

Verknüpfte Daten als Chance

In einer anschließenden Podiumsdiskussion debattierten Martin Krasney (Vorstand des GKV-Spitzenverbands), Wiebke Löbker (Abteilungsleiterin Innovationsmanagement beim BfArM), Markus Blumenthal-Beier (Co-Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands) und Carolin Victoria Schneider (Juniorprofessorin für Prävention und Genetik an der RWTH Aachen) über die Chancen von Künstlicher Intelligenz in der Prävention. Die Moderation übernahm Stefanie May, Ressortleiterin Leben und Gesellschaft der »Bild«. 

Wiebke Löbker bewertete viele Entwicklungen in der KI-Technik positiv. Allerdings seien die Bürger und die Anbieter unsicher, welche Datenschutzbestimmungen gelten. »Doch jetzt ist unter anderem mit der EHDS ein Momentum da, um mehr Klarheit für die Datennutzung und -verknüpfung zu schaffen«, sagte die Abteilungsleiterin. »Durch die Verknüfpung der Daten werden wir in die Lage versetzt, sehr viel besser Muster und Risiken zu erkennen und damit einen großen Mehrwert für die Prävention zu schaffen.« 

Auch Martin Krasney betonte, dass ein vertrauensvoller Umgang mit den Patientendaten entscheidend sei. In den vergangenen Jahren seien unter anderem mit dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz viele sinnvolle Regularien auf den Weg gebracht worden. »Doch die Datenschutzbestimmungen der Bundesländer sind eine echte Aufgabe. Wenn man ein Projekt prüft und Forschungsdaten nutzen will, dann durchforstet man 16 verschiedene Datenschutzverordnungen mit unterschiedlichen Formulierungen. Da gibt es noch Potenzial«, sagte Krasney . 

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