| Alexander Müller |
| 02.10.2026 11:00 Uhr |
In der Diskussionsrunde betonte er mehrfach, wie zentral für ihn die klare Aufteilung der Zuständigkeiten ist. Die Trennung zwischen den Heilberufen aufzubrechen, klinge zunächst gut, schaffe aber langfristig Probleme. Auch sieht der Kammerpräsident keinen großen Mehrwert in den Leistungen der Apotheken.
Auch KV-Vize Wessel würde sich mehr Nachweise dafür wünschen, was welche Maßnahme bringt. Wie Bobbert zeigte sie sich enttäuscht, dass die Apothekerschaft ihr Konzept ins BMG getragen habe. Dort sei es – vielleicht auch in Unkenntnis über die Realitäten des Versorgungsalltags – durchgewinkt worden. »Wir haben es eben nicht gemeinsam gemacht«, so Wessel.
Genauso deutlich wurde aber auch, dass sich die Ärztevertreter im Grunde wenig bewegen wollen. Von Lucas angesprochen, was er denn unter einer besseren Verzahnung meinte, fiel Bobbert nur eine Verschlankung des Prozesses von Verordnung und Arzneimittelversorgung via ePA und E-Rezept ein. Anders als KBV-Chef Andreas Gassen ist Bobbert aber klar gegen ein Dispensierrecht für Ärzte. »Da warne ich sehr davor, diese Trennung ist wichtig.«
Einen möglichen Fall für eine bessere Einbindung der Apotheken brachte Wessel eher aus Versehen auf. Als es um die massenhafte Erbringung unnötiger Leistungen ging, sagte die Ärztin: »Mit einem vereiterten Zeh kann man sich von der Feuerwehr ins Krankenhaus fahren lassen.« Lucas verwandelte diese Vorlage souverän.
Hertzer von der TK wünscht sich, dass Kostenträger und Leistungserbringer hart miteinander verhandeln, aber nicht in der Öffentlichkeit. Und das ambulante System immer schlechter zu reden, als es ist, sei letztlich demokratiezerstörend. Einig war sich die Runde darin, dass Prävention gesamtgesellschaftlich gedacht werden müsse, über Sport und Ernährung in der Schule bis zu wirksamen Maßnahmen für eine größere Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung.