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Umfrage 
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Ärzte sehen ePA als hilfreich, aber kritisieren die Technik 

Eine neue Umfrage zeigt, dass die elektronische Patientenakte (ePA) von einer großen Mehrheit der Ärzte und Psychotherapeuten genutzt und als hilfreich erachtet wird. Doch regelmäßige technische Probleme trüben die Freude. 
AutorKontaktPZ
Datum 06.02.2026  15:30 Uhr

Seit dem 1. Oktober 2025 ist die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) für Apotheken, Arztpraxen und andere Leistungserbringer Pflicht. Die digitalen Akten waren bei ihrer Einführung umstritten. Befürworter wie der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sehen in der ePA große Chancen zur Verbesserung der Patientenversorgung. Doch Kritiker meldeten Bedenken beim Datenschutz und der technischen Umsetzung an. 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Ende Januar etwa 4.500 Arztpraxen online nach ihren ersten Erfahrungen mit der ePA befragt. Wie die Körperschaft in ihren »Praxisnachrichten« mitteilt, haben bereits 80 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten Dokumente in die elektronische Patientenakte geladen. 

Außerdem gaben drei Viertel der Befragten an, dass sie schon Arztbriefe, Befundberichte oder andere in der ePA abgelegte Unterlagen angesehen und für die Behandlung ihrer Patienten verwendet haben. Auch die elektronische Medikationsliste (eML) wurde von fast 80 Prozent der Teilnehmenden als »hilfreich« oder »teilweise hilfreich« bezeichnet. 

ePA: Häufige technische Probleme

Doch die Befragung zeigt auch, dass die Nutzung der ePA immer wieder durch die fehleranfällige Technik ausgebremst wird. Fast 60 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten berichten, dass sie in der vergangenen Woche mindestens einmal nicht auf die Akte eines Patienten zugreifen konnten. 53 Prozent der Befragten klagten, dass der ePA-Zugriff sehr langsam sei. Mehr als jeder dritte Teilnehmer gab an, dass das Einstellen von Dokumenten teilweise nicht möglich war. Bei 27 Prozent war seit Einführung der ePA mindestens einmal das Praxisverwaltungssystem abgestürzt.

Angesichts dieser Umfrageergebnisse appelliert KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner an die Hersteller, ihre Produkte, wenn nötig, nachzubessern. »Praxen, die mit ihrem ePA-Modul zufrieden sind, weil es einfach und nutzerfreundlich zu bedienen ist, bewerten den Nutzen der ePA deutlich höher«, so Steiner zu den Praxisnachrichten. 

Die elektronische Patientenakte soll auch für die Patienten viele Vorteile bringen und ihnen eine selbstbestimmte Verwaltung ihrer Gesundheitsdaten ermöglichen. Doch eine Abfrage bei den Krankenkassen zeigte kürzlich, dass nur 3,6 Prozent der gesetzlich Versicherten ihre ePA aktiv nutzen. Das ist auch deshalb problematisch, weil die Patientenakten sensible Gesundheitsdaten enthalten und die Patienten zum Schutz ihrer Privatsphäre selbst aktiv werden müssen. Seit langem wird bemängelt, dass die Aktivierung der ePA für die Versicherten sehr kompliziert sei. 

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