| Daniela Hüttemann |
| 03.03.2026 18:00 Uhr |
»Die Apotheker*innen leisteten einen belegbaren Beitrag zur Optimierung der Medikation«, betont Eickhoff gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. »Interventionen führten häufig zu tatsächlichen Änderungen in der Arzneimitteltherapie.«
Bei der initialen Medikationsanalyse fanden die Apothekerinnen und Apotheker 420 ABP sowie 50 weitere beim fortlaufenden Medikationsmanagement. Der Großteil der Interventionen erfolgte also direkt zu Beginn der Betreuung bei der Medikationsanalyse, doch auch im Verlauf bestand regelmäßig weiterer Handlungsbedarf, so die Apothekerin. Dies zeige den Bedarf für ein fortlaufendes Medikationsmanagement. »Der Interventionsfokus verschiebt sich im Lauf der Betreuung unter anderem zu Adhärenzthemen und Anwendungsschwierigkeiten«, berichtet Eickhoff.
Im Vergleich zu anderen Projekten seien mehr potenzielle Medikationsprobleme identifiziert worden. Das Autorenteam erklärt dies mit einer engen Abstimmung im interprofessionellen Team. Die Apotheker hätten umfassendere Informationen für die Prüfungen zur Verfügung gehabt.
Sie betonen auch die außergewöhnlich hohe Akzeptanzrate bei den Ärzten für die Interventionsvorschläge der Apotheker. Nur 3,3 Prozent wurden abgelehnt. Bei ARMIN konnten Apotheken und Arztpraxen nur im Team mitmachen. Vorher wurde klar definiert, wer welche Aufgaben übernimmt und auch wann und wie bei auftretenden Problemen kommuniziert wird. Dies könnte die hohe Akzeptanzrate der Ärzte in Bezug auf die apothekerlichen Vorschläge erklären. Eickhoff: »Auch die Literatur bestätigt: Je enger die interprofessionelle Kooperation, desto höher die Akzeptanz.«
Die Ärzte hatten dadurch kaum zusätzliche Arbeit. Nur bei 42,4 Prozent der Interventionen wurden sie kontaktiert, wobei etwa die Hälfte der Kontakte der reinen Informationsweitergabe diente (ohne Handlungsbedarf). Das zeigt, dass der Großteil pharmazeutischer Interventionen ohne ärztliche Rücksprache möglich war. Insgesamt sei eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen mit klaren Verantwortlichkeiten essenziell, so das Fazit der Autoren.