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Drei Tipps für Eltern
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ADHS akzeptieren und richtig damit umgehen

ADHS stellt Eltern vor Herausforderungen – oft liegt der Fokus dabei darauf, was nicht so klappt wie bei anderen. Warum eine andere Perspektive ADHS-Kindern guttut und wie man sie gemeinsam umsetzt.
AutorKontaktdpa
Datum 26.08.2025  14:00 Uhr
ADHS akzeptieren und richtig damit umgehen

Wenn ein Kind mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) aufwächst, bringt das viele Herausforderungen mit sich – nicht nur für das Kind selbst, sondern auch für die Eltern. Der US-amerikanische Psychologe Professor Dr. Russell Barkley, der seit Jahrzehnten Familien mit ADHS begleitet, fasst es so zusammen: »Gute Erziehung heißt, das Kind so anzunehmen, wie es ist, ihm individuelle Unterstützung zu geben – und sich selbst Fehler zuzugestehen.« Im Magazin »Additude« spricht er über drei Prinzipien:

1. Das Kind nicht verändern wollen, sondern Erwartungen anpassen

ADHS ist keine vorübergehende Unaufmerksamkeit oder bloße Unruhe. Es handelt sich um eine neurologisch bedingte Störung der Selbstregulation, die viele Lebensbereiche beeinflusst. Deshalb hilft es wenig, das Verhalten des Kindes »wegtrainieren« zu wollen. Barkleys Rat: Stattdessen sollten Eltern ihre Erwartungen realistisch anpassen.

Der erste Schritt: Stärken erkennen und fördern. Was tut das Kind wirklich gern? Ob Musik, Sport oder Kochen – auch wenn ein Interesse ungewöhnlich oder unkonventionell erscheint, verdient es Anerkennung und Wertschätzung. Eltern sollten das Kind daher aktiv mit Zeit und Ressourcen unterstützen, damit es seine Talente entwickeln kann.

2. Zeitmanagement gezielt unterstützen

Kinder mit ADHS haben oft Schwierigkeiten mit den sogenannten exekutiven Funktionen, also mit Fähigkeiten wie Planung, Zeitgefühl oder Arbeitsgedächtnis. Besonders die sogenannte »Zeitblindheit« ist weit verbreitet. Wer darunter leidet, tut sich schwer mit Fristen, dem Einhalten von Zeitspannen oder vorausschauendem Denken. Barkleys Empfehlungen:

  • Zeit greifbar machen: etwa durch visuelle Timer, Uhren oder Checklisten
  • Aufgaben in kleinere Einheiten zerlegen, um sie besser bewältigen zu können
  • Informationen aus dem Kopf »auslagern«: Mit Post-its, To-do-Listen oder Bildkarten lässt sich das Arbeitsgedächtnis entlasten.
  • »Wenn-dann«-Pläne einüben, um das Abrufen von Handlungsstrategien zu erleichtern

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