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Honorar und PTA-Vertretung 
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Adexa kritisiert Apothekenreform erneut

Die Adexa hat erneut deutliche Kritik an der geplanten Apothekenreform und den jüngsten Äußerungen des Bundesgesundheitsministeriums geübt. Die Gewerkschaft stört sich besonders an der ausbleibenden Honorarerhöhung und der geplanten PTA-Vertretungsregelung. 
AutorKontaktPZ
Datum 13.02.2026  13:45 Uhr
Adexa kritisiert Apothekenreform erneut

Am 30. Januar wurde die geplante Apothekenreform im Bundesrat diskutiert. Im Anschluss verabschiedete die Länderkammer eine Stellungnahme, in der sie unter anderem ihre Ablehnung der PTA-Vertretung und der erleichterten Gründung von Zweigapotheken formulierte. 

In ihrer Gegenäußerung erklärte das Bundesgesundheitsministerium (BMG), dass es den meisten der 30 Änderungsvorschläge aus fachlichen Gründen nicht folgen könne. Die erleichterte Gründung von Zweigapotheken sei beispielsweise »zur Stärkung der Versorgung in ländlichen Gebieten notwendig« und könne nicht gestrichen werden. 

Jetzt schaltet sich auch die Apothekengewerkschaft Adexa in die Diskussion ein. In einer Stellungnahme begrüßen Andreas May und Tanja Kratt vom Adexa-Bundesvorstand grundsätzlich das Ziel, die flächendeckende Arzneimittelversorgung zu sichern und die wirtschaftliche Situation der Apotheken zu stabilisieren. »Es bleibt jedoch offen, wie diese Ziele erreicht werden sollen, solange verbindliche Regelungen zur Personalfinanzierung, zur Absicherung zusätzlicher Verantwortung und zu fairen Arbeitsbedingungen fehlen«, heißt es von den Gewerkschaftern. Es zeige sich, dass die Perspektive der Beschäftigten im Gesetzgebungsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt werde. 

Kritik an ausbleibender Honorarerhöhung

Besonders kritisch bewertet die Adexa, dass die Bundesregierung an der Entscheidung festhält, die im Koalitionsvertrag zugesagte Anhebung des Apothekenhonorars weiter zurückzustellen. »Der Verweis auf die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung mag haushaltspolitisch nachvollziehbar sein, greift jedoch arbeitsmarktpolitisch zu kurz. Ohne eine verlässliche und planbare Honorarentwicklung fehlt die Grundlage, um steigende Personalkosten, tarifliche Lohnsteigerungen und den zunehmenden Fachkräftemangel in den Apotheken nachhaltig zu bewältigen«, heißt es in der Stellungnahme. 

Die Gewerkschaft erklärt, dass die versprochene künftige Verhandlungslösung, wiederermöglichte Skonti oder erhöhte Nacht- und Notdienstzuschläge keine strukturelle Finanzierung des Personals ersetzen. »Auch bleibt offen, ob und in welchem Umfang zusätzliche Mittel tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen. Die von Adexa geforderte verbindliche Personalumlage wird in der Gegenäußerung nicht aufgegriffen«, so May und Kratt. 

Mit besonderer Sorge bewertet die Adexa, dass die Bundesregierung ausdrücklich an der vorgesehenen »praktischen Erprobung« einer befristeten Vertretung der Apothekenleitung durch PTA festhält. »Während der Bundesrat diese Regelung aus fachlichen und rechtlichen Gründen ablehnen will, weist die Bundesregierung die Einwände zurück und verweist pauschal auf den Fachkräftemangel, insbesondere im ländlichen Raum. Damit blendet sie zentrale arbeits- und haftungsrechtliche Risiken aus«, heißt es in der Stellungnahme. 

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