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Nach Luftangriff
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Action medeor weitet Ukrainehilfe aus

Nach den gestrigen Angriffen auf zivile medizinische Einrichtungen in der Ukraine, bei denen unter anderem ein Kinderkrankenhaus in Kiew getroffen wurde, reagiert das Hilfswerk action medeor und weitet seine Medikamentenhilfe für die Ukraine aus.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.07.2024  12:30 Uhr

Bei einem der größten Luftangriffe Russlands auf die Ukraine starben gestern mehr als 30 Menschen. Unter anderem wurde eine der größten Kinderkliniken des Landes in Kiew schwer getroffen, Berichten zufolge gab es dort 16 Verletzte, unter ihnen 7 Kinder – zwei der Verletzten starben demnach. Laut Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko wurden in einem Krankenhaus Abteilungen für Dialyse, Krebsbehandlung, Operationssäle und die Intensivstation beschädigt. Hunderte Anwohner halfen Rettungskräften, Trümmer zu räumen und nach Opfern zu suchen. »Kleine Krebs- und Dialysepatienten sitzen mit ihren Müttern auf dem Bürgersteig«, berichtete der deutsche Botschafter Martin Jäger auf X von einem Besuch im Krankenhaus. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Raketenangriffe, die angeblich Rüstungsfabriken und Militärflugplätzen der Ukraine galten.

In der Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben des Innenministeriums mindestens 20 Menschen getötet und 61 weitere Menschen verletzt. In den Industriestädten Krywyj Rih und Dnipro im Süden der Ukraine wurden mindestens 11 Tote und 59 Verletzte gemeldet.  

Soforthilfe für dringend benötigte Medikamente

Heute hat die Hilfsorganisation action medeor 50.000 Euro an Soforthilfe freigegeben, um umliegenden Krankenhäusern in Kiew mit dringend benötigten Medikamenten zu helfen. Darüber hinaus plant man zusammen mit deutschen und ukrainischen Behörden weitere Unterstützungsleistungen für ukrainische Gesundheitseinrichtungen.

»Wir stehen in Kontakt zu verschiedenen Krankenhäusern in und um Kiew und sondieren gerade deren Bedarfe, also, welche Medikamente genau benötigt werden. Gleichzeitig werden wir in Partnerschaft mit dem Auswärtigen Amt unsere Unterstützung für das ukrainische Gesundheitssystem ausweiten«, erläuterte Sid Peruvemba, Vorstandssprecher von action medeor. »Dazu nehmen wir Kontakt mit der ukrainischen Nothilfekoordination auf, um die weiteren Hilfsmaßnahmen zu planen.«

Gleichzeitig ruft das Hilfswerk zu weiteren Spenden auf. »Unsere Hilfe kann immer nur so umfangreich sein, wie uns Spenden dafür zur Verfügung stehen«, so Peruvemba weiter. In den letzten Monaten seien die Spenden insgesamt jedoch rückläufig. »Wir könnten noch mehr helfen, wenn uns dafür die Mittel zur Verfügung stünden«, gibt Peruvemba zu bedenken, »daher sind wir dankbar für jede einzelne Spende, die uns auch ermöglicht, den Menschen in der Ukraine zu helfen«. 

900 Tonnen Medikamente und medizinisches Equipment

Seit der militärischen Eskalation im Februar 2022 unterstützt action medeor rund 180 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine mit dringend benötigten Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Medizintechnik. Insgesamt 280 Hilfslieferungen mit über 900 Tonnen Medikamenten und medizinischem Equipment hat das Hilfswerk seither auf den Weg in die Ukraine gebracht.

Wer die Arbeit von action medeor unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun:

Lauterbach sichert Unterstützung zu

Auch die Bundesregierung sicherte der Ukraine nach dem Raketenangriff die Versorgung von kranken Kindern in Deutschland zu. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb auf der Plattform X, er habe seinem Amtskollegen Wiktor Ljaschko zugesagt, »dass wir kranke Kinder in Not jederzeit aufnehmen, der nächste Rettungsflug startet schon am Mittwoch«. Weiter schrieb er: »Putin hat durch gezielten Angriff auf Kinderkrankenhaus erneut gezeigt: Er ist ein Kriegsverbrecher.« Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksij Makejew, dankte Lauterbach auf X für seine »aktive Solidarität und mitfühlende Menschlichkeit«. Das könne Kinderleben retten.

Die Bundesregierung hat seit Beginn des Kriegs mehrfach Erkrankte und Verletzte aus der Ukraine zur Behandlung in Deutschland aufgenommen, zudem auch Kinder mit palliativem Pflegebedarf. 

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