Am 23. März 2026 sollen Apotheken in ganz Deutschland geschlossen bleiben. / © Imago/Christian Ohde
Am 23. März soll bundesweit gegen die geplante Apothekenreform und für ein höheres Honorar protestiert werden. Deutschlandweit sollen Apotheken geschlossen bleiben, nur der Notdienst versorgt die Patientinnen und Patienten. Parallel dazu finden in Berlin, Düsseldorf, München und Hannover zentrale Kundgebungen und Demonstrationen statt.
Apothekenteams können ab sofort unter apothekenkampagne.de verschiedene Materialien wie Plakate, Aufkleber oder Social‑Media‑Grafiken im Stil der ABDA-Protestkampagne »Uns gibt’s nicht zum Nulltarif« herunterladen. Das teilte die ABDA am Montag mit. Fragen zur Kampagne können an info@apothekenkampagne.de gerichtet werden.
Ziel des Protesttages ist es laut ABDA, der Bundesregierung und den Regierungsfraktionen den dringenden Handlungsbedarf deutlich zu machen: Qualität und Versorgungssicherheit gebe es nicht zum Nulltarif. Gefordert wird ein Honorar, das die wirtschaftliche Realität der Apotheken abbildet und ihre Zukunft sichert.
Am Montag rief auch der Landesapothekerverband Baden-Württemberg zur Teilnahme an den Protesten auf. »Hintergrund der Proteste ist weiterhin die seit über 13 Jahren ausbleibende Anpassung unseres Apothekenhonorars. Während Personal-, Energie- und Sachkosten seit 2013 um rund 65 Prozent gestiegen sind, stagniert die Vergütung pro abgegebener Arzneimittelpackung weiterhin bei 8,35 Euro. Der Koalitionsvertrag sieht eine Erhöhung auf 9,50 Euro vor – eine Umsetzung steht jedoch weiterhin aus«, erklärt LAV-Präsidentin Tatjana Zambo in einer Pressemitteilung.
Die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken sei dramatisch. »Seit 2013 mussten fast 20 Prozent der Apotheken bundesweit schließen und auch bei uns in Baden-Württemberg gibt es aktuell rund 30 Prozent an Apotheken, die nur noch eine schwarze Null erwirtschaften oder in den roten Zahlen stecken. Das alles hat spürbare Folgen für die wohnortnahe Versorgung der Menschen.«
Die aktuellen Daten zeigen, dass das Apothekensterben sich im Jahr 2025 ungebremst fortgesetzt hat. Im Januar meldete die ABDA, dass die Zahl der Apotheken in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1977 gesunken war.
Mit der Teilnahme an der zentralen Kundgebung in München will der LAV Baden-Württemberg ein geschlossenes und starkes Signal an die Politik senden. »Wir als Apothekerinnen und Apotheker in der Fläche brauchen wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen, für die Stärkung der wohnortnahen Versorgung und für die Übernahme neuer und zusätzlicher Aufgaben, wie es der Gesetzgeber vorsieht. Wir unterstützen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in ihrem Bemühen, das Honorar anzuheben. Der Protest soll als Katalysator helfen, dass das Geld nun schnellstmöglich in die Apotheken kommt«, sagt LAV-Präsidentin Zambo.