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Krankenhaus-Barometer 
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66 Prozent der Krankenhäuser machen Verluste 

Eine repräsentative Befragung zeigt, dass zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser im Jahr 2024 Verluste gemacht haben. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor »Wartelistenmedizin« und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf. 
AutorKontaktPZ
Datum 06.01.2026  17:30 Uhr
66 Prozent der Krankenhäuser machen Verluste 

Im Jahr 2024 haben zwei Drittel (66 Prozent) der Krankenhäuser Verluste geschrieben. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Krankenhaus-Barometer hervor. Für das Barometer hat das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) von Mitte Mai bis Mitte Juli 2025 in einer Stichprobe 376 Krankenhäuser befragt. 

Im Vergleich zum Jahr 2023 ist der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresfehlbetrag um fünf Prozent gestiegen. Inzwischen beurteilen nur noch sechs Prozent der Krankenhäuser ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als eher gut. Für 2026 erwarten lediglich 13 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verbessern wird.

Die Bundesregierung möchte mit einer großen Krankenhausreform gegensteuern. Doch die Pläne sorgen bei den Kliniken für Unmut. 90 Prozent der befragten Krankenhäuser beklagen fehlende Planungssicherheit, etwa zur künftigen Leistungsstruktur, zur Fallzahlentwicklung und zur Liquidität. Deswegen werden vielerorts Investitionen in die Infrastruktur und Veränderungen in der betrieblichen Organisation zurückgestellt.

Unzureichende Vorbereitung auf Krisen

Die Krankenhäuser gelten als Teil der kritischen Infrastruktur, nehmen eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung ein und müssen eine kontinuierliche Patientenversorgung sichern. Nahezu alle befragten Einrichtungen verfügen laut dem Krankenhaus-Barometer mit jeweils 95 Prozent über Alarm- und Einsatzpläne für technische Störungen, infrastrukturelle Ausfälle sowie Gesundheitskrisen. Für Ereignisse wie soziale Unruhen, Naturkatastrophen oder militärische Konflikte sind sie hingegen weniger resilient.

43 Prozent der Kliniken können demnach einen Stromausfall mindestens drei Tage überbrücken. 84 Prozent betrachten erweiterte Treibstoffvorräte als zentrale Voraussetzung zur Sicherung der Notstromversorgung. Allerdings kann nur jede zehnte Klinik die Patientenversorgung bei einem mehrtägigen Ausfall uneingeschränkt aufrechterhalten, lediglich jede fünfte Klinik hat für den Blackout-Fall Kooperationsvereinbarungen mit benachbarten Kliniken getroffen.

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