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ADHS bei Erwachsenen
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3 Praxistipps von Fachleuten

ADHS bei Erwachsenen ist oft mehr als nur ein Konzentrationsproblem. Viele Betroffene kämpfen mit Perfektionismus, Organisationsproblemen oder Missverständnissen in der Partnerschaft. Das US-Magazin »ADDitude« hat für seine Frühlingsausgabe fünf Fachleute gefragt, was typische Fälle ausmacht – und welche konkreten Ansätze helfen können.
AutorKontaktdpa
Datum 07.04.2025  14:30 Uhr

»ADHS ist nicht das Problem des Wissens, sondern des Handelns«, zitiert der Psychologe Ari Tuckman einen Kollegen. Er beobachtet häufig, dass Klientinnen und Klienten zwar gut verstehen, was sie ändern müssten – es aber im Alltag schwer umsetzen können. »Bei ADHS hat man leicht das Gefühl, dass es im Leben zu sehr darum geht, Negatives zu vermeiden«, so der Psychologe. Er lege deshalb großen Wert darauf, über die positiven Aspekte zu sprechen, die die Klienten aus dem, was er mit ihnen bespreche, ziehen können.

Zum Beispiel könne man selbstbewusst in ein Arbeitstreffen gehen, anstatt zu hoffen, ignoriert zu werden. »Oder heute Abend früher ins Bett zu gehen, damit man morgen leistungsfähiger ist und nach der Arbeit Zeit hat, sich mit Freunden zu treffen«, so der Psychologe. »Wir alle profitieren davon, auf etwas hinzuarbeiten, das wichtig und sinnvoll ist. Ängste und Depressionen können uns dieses Gefühl der Zielstrebigkeit rauben, also müssen Sie herausfinden, was das für Sie ist. Dies wird Ihre Quelle für echte, dauerhafte Motivation sein.«

Andere Diagnosen kennen und erkennen

»ADHS kommt selten allein«, sagt Roberto Olivardia, Klinischer Psychologe. Viele seiner Klientinnen und Klienten wüssten gar nicht, welche Rolle ADHS im Zusammenhang mit anderen psychischen Problemen spielt, in der Entstehung, im Auftreten und in der Entwicklung anderer Störungen – die dann oft nicht erkannt oder fehldiagnostiziert würden. Gerade bei ADHS im Erwachsenenalter überschneiden sich Symptome oder sind ähnlich.

Nicht immer würden alle Störungen bei der Behandlung berücksichtigt, und das führe dazu, dass sich viele Betroffene als »unreparierbar« empfinden. Olivardia vergleicht die Diagnostik mit einem Puzzle: Nur wenn man jedes Symptom ernst nimmt und in Zusammenhang bringt, entsteht ein klares Bild. »Man muss sich nach jedem der Probleme erkundigen, um die Geschichte der Symptome zu erfassen. Wenn Sie zum Beispiel drei Tage hintereinander nicht geschlafen haben, könnte das ein Symptom für eine manische Episode, einen Kokainrausch, eine depressive Episode oder dafür sein, dass Sie Ihre Abschlussarbeit geschrieben haben (und ich habe damit Erfahrung), nachdem Ihr ADHS Sie dazu gebracht hatte, sie bis 72 Stunden vor dem Abgabetermin aufzuschieben.«

Behandler sollten sich daher immer fragen: »Welche Diagnose ist gerade am Steuer?« – vor allem, wenn mehrere Diagnosen vorhanden sind. »Nur dann können wir die Puzzleteile richtig zusammensetzen und unseren Patienten aufrichtig vermitteln, dass sie nicht kaputt sind, sondern einfach mehr Zeit und Untersuchung brauchen, damit die richtige Behandlung wirksam wird.«

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