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Barmer
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2600 Krebsfälle durch Corona zu spät entdeckt – vor allem Brustkrebs

Aus Angst vor Corona-Ansteckung in Kliniken und Arztpraxen ließen viele Termine zur Krebsfrüherkennung sausen. Das hat zu einem spürbaren Anstieg der Krebsfälle geführt, meldet die Barmer und appelliert, Vorsorgetermine nicht aufzuschieben.
AutorKontaktChristiane Berg
Datum 04.05.2021  10:00 Uhr

Krebsvorsorge nicht verschieben

In Deutschland erkranken jährlich allein etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs. »Um erfolgreich therapieren zu können, muss der Tumor so früh wie möglich entdeckt werden«, hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bereits im vergangenen Monat deutlich gemacht.

»Eine verspätete Brustkrebsvorsorge birgt größere Risiken als die Gefahr einer potenziellen Corona-Infektion«, warnt die Fachgesellschaft. Die Bedeutung der im Rahmen der Brustkrebsvorsorge zum Einsatz kommenden diagnostischen Maßnahmen, sprich: Mamma- und Sonografie, sei nicht zu unterschätzen.

»Die Zeiten zwischen der Diagnose und Therapie bei Brustkrebs haben sich in den letzten Monaten deutlich verlängert. Strahlen- und Systemtherapien wurden verkürzt, chirurgische Eingriffe wurden verschoben. Es kam zu gravierenden Einschränkungen auch in der Nachsorge«, sorgt sich Professor Dr. Werner Bader, Leiter des DEGUM-Arbeitskreises Mammasonografie.

Wenn die nach einer Brustkrebs-Diagnose notwendige Operation um zwölf Wochen verzögert wird, so sei aktuellen Erkenntnissen gemäß bei 1000 Mammakarzinom-Erkrankungen mit 31 zusätzlichen Todesfällen zu rechnen. Wie alle Krebs-Vorsorgeuntersuchungen müssten daher auch die Mammografie und der Brustultraschall während der Corona-Pandemie unbedingt ernst genommen werden, mahnt der Gynäkologe.

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