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Bayer 
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2,2 Prozent Umsatzrückgang und langwieriger Glyphosat-Streit

Acht Jahre ist es her, da schluckte Bayer den langjährigen US-Konkurrenten Monsanto. Doch die Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat lasten noch immer schwer auf dem Konzern. Und auch sonst war das vergangene Jahr für Bayer eher durchwachsen. Der Umsatz des Konzerns sank um 2,2 Prozent. 
AutorKontaktdpa
Datum 06.03.2026  12:32 Uhr
2,2 Prozent Umsatzrückgang und langwieriger Glyphosat-Streit

Beim Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ist der Verlust wegen Glyphosat-Klagen gegen seine US-Tochter Monsanto deutlich gewachsen. Wie der Hersteller des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup in Leverkusen mitteilte, lag der Verlust 2025 bei rund 3,6 Milliarden Euro und damit rund 1,1 Milliarden Euro höher als im Vorjahr.

Im Februar hatte Bayer einen Sammelvergleich mit Klägern geschlossen und daraufhin seine Rückstellungen um vier Milliarden Euro erhöht. Der Deal umfasst Zahlungen von maximal 7,25 Milliarden US-Dollar (aktuell 6,23 Milliarden Euro) über bis zu 21 Jahre. Mit dem Sammelvergleich sollen sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden, bei denen eine Krebserkrankung geltend gemacht wird (Non-Hodgkin-Lymphom/NHL).

Operativ lief es im vergangenen Jahr alles in allem mittelmäßig. Der Umsatz des Konzerns sank um 2,2 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt, also ohne die Kursverluste des Dollars, wäre es ein Plus von 1,1 Prozent gewesen.

Gerichtsentscheidung steht kurz bevor

An der Börse sorgt das Thema Glyphosat weiter für Bauchschmerzen. Ab November ging es zwar deutlich bergauf, nach der Bekanntgabe des Sammelvergleichs in den USA Mitte Februar sackte der Aktienkurs aber wieder ab. Mit Sprüchen wie »Gesundheit für alle, Hunger für niemanden« rührt Bayer-Chef Bill Anderson zwar die Werbetrommel für seine Medikamente und sein besonders resistentes Saatgut – doch viele Finanzanalysten und Anleger denken bei Bayer reflexhaft an den schier endlosen Glyphosat-Streit.

Bekommen die Leverkusener ihre Rechtsrisiken endlich in den Griff und können sie das Fass ohne Boden, zu dem sich die Glyphosat-Klagen entwickelt haben, endlich abdichten? Die Vereinbarung mit der Klägerseite ist bislang zwar nicht in trockenen Tüchern, die vorläufige Genehmigung eines zuständigen Gerichts in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) kam aber nur wenige Stunden nach der Jahrespressekonferenz von Bayer.

Der Konzern wertete das als ersten wichtigen Schritt für die Umsetzung des Sammelvergleichs. Die Kläger haben nun eine Frist bis Anfang Juni, um den Vergleich abzulehnen oder Einwände bei Gericht einzubringen. Nach dieser Frist gibt es noch eine Anhörung vor dem Gericht, danach steht die finale Genehmigung an.

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