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Psoriasis: Regelmäßig auf Begleiterkrankungen untersuchen

 

Die Autoimmunerkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) ist weit mehr als eine Hauterkrankung. «Wer unter einer Schuppenflechte leidet, hat in der Regel mindestens eine weitere Erkrankung wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkerkrankungen oder Depressionen», sagt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Krankenkasse Barmer. Daher sei es wichtig, den allgemeinen Gesundheitszustand und entsprechende Werte wie Blutzucker und Blutdruck regelmäßig zu überprüfen. In Deutschland sind schätzungsweise zwei Millionen Menschen an Psoriasis erkrankt.

Bei der chronisch entzündlichen Erkrankung ist das Immunsystem aus dem Gleichgewicht. In der Folge ist das Risiko eines Patienten mit Schuppenflechte für Typ-2-Diabetes im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung etwa doppelt so hoch, schreibt die Barmer. Auch Depressionen träten bei Psoriasis-Betroffenen etwa doppelt so häufig auf, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sogar 3,5-mal so oft. Mehr als doppelt so häufig komme es außerdem zu Komplikationen wie einem Herzinfarkt. Daher sei eine frühzeitige Diagnose von begleitenden Erkrankungen wichtig, betont Petzold.

Leichte Formen der Schuppenflechte werden in der Regel topisch mit keratolytischen und antiinflammatorischen Cremes, Salben sowie medizinischen Ölbädern behandelt. Je nach Ausprägung kommt eine Phototherapie hinzu. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen immunregulierende Biologika zum Einsatz, die sich nicht nur positiv auf die betroffenen Hautstellen, sondern auch auf weitere entzündliche Prozesse in anderen Körperteilen auswirken. Einige Medikamente sind bereits auch zur Behandlung von Psoriasis-Arthritis zugelassen. (dh)

Lesen Sie dazu auch

Schuppenflechte: Therapie im Wandel, Meldung vom 27.10.2017

Psoriasis: Mehr als eine Hauterkrankung, PTA-Forum 19/2015

 

06.04.2018 l PZ

Foto: ABDA