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Antiepileptika: Interaktionen stärker beachten

 

Viele Epilepsie-Patienten nehmen Arzneimittelkombinationen ein, die ein Interaktionspotenzial aufweisen. Vor allem bei älteren Patienten ist das Risiko erhöht. Zu diesem Schluss kommen US-Wissenschaftler nach retrospektiver Auswertung der Verschreibungsdaten  für Medicare-Versicherte. Demnach bekam jeder vierte neu eingestellte geriatrische Epilepsie-Patient ein Antiepileptikum, das mit der bereits bestehenden nicht antikonvulsiven Medikation interagierte, schreiben die Forscher  um Dr. Edward Faught von der Emory-Universität in Atlanta im Fachmagazin «Epilepsia». Bei den Patienten mit bestehender Epilepsie-Erkrankung nahmen sogar 39 Prozent ein Antikonvulsivum ein, das mit der restlichen Medikation wechselwirkte.

Umgekehrt interagierte bei jedem fünften neu diagnostizierten Epileptiker im höheren Alter die bereits bestehende Medikation mit den neu verordneten Antikonvulsiva. Bei 29 Prozent der bestehenden Epilepsie-Erkrankungen war eine Beeinträchtigung der antikonvulsiven Therapie durch andere Medikamente zu befürchten.

Gerade bei einer Neueinstellung sollten Wechselwirkungen stärker beachtet werden, plädieren die Forscher. Aufgrund einiger neuerer Wirkstoffe sei es in den meisten Fällen möglich, Interaktionen zu vermeiden. Weniger Wechselwirkungen traten auf, wenn ein Neurologe die Medikamente verordnete. Am 12. Februar ist der Internationale Tag der Epilepsie. (dh)

DOI: 10.1111/epi.14010

 

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09.02.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Trifonenko Ivan