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Abnehmen: Energiedichte entscheidet

 

Wer abnehmen will, sollte auf die Energiedichte seiner Ernährung achten. Professor Dr. Johannes Erdmann von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf empfahl bei einer Tagung des Kompetenzzentrums für Ernährung in München eine individuelle Ernährungsumstellung auf Basis der Energiedichte. Diese gibt an, wieviel Energie in 1 g oder ml des Lebensmittels stecken.

 

«Die heutigen Ernährungsempfehlungen sind zu kompliziert für die meisten Menschen», sagte der Endokrinologe und Ernährungsmediziner. Außerdem gebe es viele falsche Vorstellungen in Diätkonzepten. Beispielsweise seien «Frühstückskalorien» keineswegs günstiger als später am Tag aufgenommene. Wer Frühstück und Zwischenmahlzeiten isst, lasse in der Regel deswegen meist keine andere Mahlzeit aus. Außerdem seien Snacks in der Regel kalorienreich. «Jede Kalorie zählt zur Gesamtenergieaufnahme.»

 

Fürs Abnehmen sei es unerheblich, aus welcher Quelle – Fett, Protein, Kohlenhydrate – die Energie stammt, berichtete Erdmann. Wer auf Ballaststoffe setzt, solle deren Energiegehalt beachten. So schlagen 100 g Vollkornbrot mit rund 200 kcal zu Buche – ohne Belag. 20 g Butter tragen weitere 160 kcal bei. 100 g Kopfsalat enthalten nur 12 kcal, ohne Dressing.

 

Für das Sättigungsgefühl komme es auf das Volumen der Nahrung an, betonte Erdmann. Er empfahl daher, Lebensmittel mit hoher Energiedichte (über 2,5 kcal/g) auf dem Speiseplan möglichst auszutauschen gegen solche mit niedrigerer Dichte (bis 1,5 kcal/g). Vorteilhaft seien zum Beispiel Fleisch, Fisch, Reis, Nudeln sowie die meisten Obst- und Gemüsesorten. Kalorienhaltige Getränke sollte man stark reduzieren. Individuell könne es aber schon ein Erfolg sein, beim abendlichen Fernsehen statt 100 g Erdnüssen (fast 600 kcal) «nur» 100 g Salzstangen (360 kcal) oder statt einer Tafel Schokolade (540 kcal) «nur» 200 g Pudding (210 kcal) zu naschen. (bmg)

 

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30.06.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Jürgen Fälchle