Pharmamarkt stabil trotz Patentklippe |

Obwohl in den vergangenen Jahren einige Blockbuster ihren Patentschutz verloren haben, scheint der Umsatz der Branchenriesen stabil zu bleiben. So kommen die 30 weltweit führenden Pharmaunternehmen für das Jahr 2013 auf gemeinsame Einnahmen in Höhe von umgerechnet 574 Milliarden Euro, ermittelte der Pharmaanalyst Global Data. Das entspricht nur einem leichten Minus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Demnach habe vor allem Branchenprimus Pfizer Einbußen verzeichnet, dessen Umsätze um rund 5,9 Milliarden Euro (12,5 Prozent) zurückgingen. Als Gründe nennt Global Data den Verkauf der Tierarzneimittel-Sparte, Patentausläufe (unter anderem Viagra®) und das Ende einer Vereinbarung mit dem deutschen Konkurrenten Boehringer Ingelheim. Am deutlichsten in absoluten Zahlen konnte Johnson & Johnson zulegen, dessen Umsätze dank Immunologie- und Onkologie-Portfolio um 3,3 Milliarden Euro stiegen. Das prozentual höchste Wachstum mit 25,7 Prozent auf insgesamt 4,4 Milliarden Euro Umsatz gelang dem US-Unternehmen Biogen Idec dank seiner Präparate Natalizumab (Tysabri®) und Dimethylfumarat (Tecfidera®) zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). Das 2013 neu als MS-Mittel zugelassen Tecfidera brachte auf Anhieb knapp 700 Millionen Euro ein.
In diesem Jahr wird wohl Gilead Sciences deutlich aufholen mit dem neuen Blockbuster Sovaldi®, dem Hepatitis-C-Medikament mit dem Wirkstoff Sofosbuvir. Erst in dieser Woche bekam das US-amerikanische Unternehmen zudem die EU-Zulassung für ein Kombinationspräparat aus Sofosbuvir und dem neuen Arzneistoff Ledipasvir (Harvoni®), das noch teurer sein soll. Sovaldi, die 715-Euro-Tablette, spülte der Firma allein im ersten Halbjahr 2014 4,6 Milliarden Euro ein. (dh)
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20.11.2014 l PZ
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