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Polonium: In kleinsten Mengen tödlich

 

Schweizerische Experten sind der Meinung, dass Palästinenserführer Jassir Arafat vor neun Jahren an einer Poloniumvergiftung gestorben ist. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, ergab eine Untersuchung von Gewebeproben Arafats eine 18 Mal so hohe Konzentration von Polonium 210 wie normal. Das lasse «einigermaßen» den Schluss zu, dass Arafat daran gestorben sei, so die Experten.

 

Schon ein Millionstel Gramm des natürlich vorkommenden, radioaktiven Schwermetalls kann einen Menschen töten. Es kommt in geringen Spuren im menschlichen Körper (etwa 60 Bq), in Tabak sowie in Luft und Erde vor, ist in der Natur jedoch sehr selten. Normalerweise wird Polonium 210 in Nuklearreaktoren künstlich hergestellt. Weltweit werden jährlich nur etwa 100 Gramm des Schwermetalls produziert.

 

Gefährlich ist Polonium 210 nur, wenn es durch Inhalation, Ingestion mit der Nahrung oder über Wunden in den menschlichen Körper gelangt. Es erreicht über den Blutstrom verschiedene Gewebe, wo die energiereiche Alphastrahlung Zellstrukturen zertrümmern, das Erbgut schädigen und die Zellen schließlich abtöten kann. Die Wirkung zeigt sich zuerst bei Geweben mit sich schnell teilenden Zellen, wie zum Beispiel im Knochenmark oder den Darmepithelien. Diese können bei hohen Strahlendosen völlig zerstört werden.

 

Die ersten Symptome einer Polonium-Intoxikation ähneln denen einer Nahrungsmittelvergiftung: Zuerst treten Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und eine generelle Müdigkeit auf. Später kommen Durchfall, eine ausgeprägte Anämie, Haarausfall und Blutungen aus Nase, Mund und Rektum hinzu. (ke)

 

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Polonium 210 als ideales Gift, PZ 50/2006

 

07.11.2013 l PZ

Foto: Fotolia/Onidji