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Lungenkrebs: Personalisierte Therapie zugelassen

 

Die Europäische Kommission hat dem Kinase-Inhibitor Crizotinib eine bedingte Zulassung erteilt. Wie Hersteller Pfizer meldet, gilt diese für die Behandlung von Erwachsenen mit vorbehandeltem ALK-positiven fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC). Nachdem der Wirkstoff bereits im vergangenen Jahr in den USA zugelassen wurde, steht Crizotinib (Xalkori®) für die personalisierte Lungenkrebstherapie nun auch in Europa zur Verfügung.

 

Bedingte Zulassungen können in der EU für Arzneimittel mit einem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis erteilt werden, die unter anderem eine medizinische Versorgungslücke schließen und deren sofortige Verfügbarkeit auf dem Markt von entsprechendem Nutzen für die öffentliche Gesundheit ist. Pfizer ist nun aufgefordert, unter anderem den Studienbericht der kürzlich abgeschlossenen PROFILE-1007-Studie einzureichen.

 

Das ALK-Gen liegt dicht neben dem EML4-Gen. Eine Inversion ist die Ursache für die Entstehung eines EML4-ALK-Fusions-Onkogens. Zahlreiche unterschiedliche Varianten sind dabei möglich. Dieses Rearrangement kann zur Aktivierung der Tyrosinkinase-Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK) führen, die wiederum über Signaltransduktion eine erhöhte Tumorzellproliferation auslöst. Bei 3 bis 5 Prozent aller NSCLC-Patienten lässt sich dieses Fusions-Onkogen nachweisen. Meistens handelt es sich um jüngere Patienten und Nichtraucher.

 

Crizotinib hemmt ALK. Dadurch blockiert es die Signalübertragung in einer Reihe von Zellwegen, von denen angenommen wird, dass sie entscheidenden Einfluss auf Wachstum und Überleben von Tumorzellen haben. Dies kann zur Hemmung des Wachstums oder zum Rückgang von Tumoren führen. (ss)

 

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Personalisierte Lungenkrebs-Therapie: Gendiagnostik unverzichtbar, PZ 36/2012

 

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29.10.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Gärtner