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Vitamin-K-Antagonisten wirken besser als gedacht

 

Vitamin-K-Antagonisten sind bei der Schlaganfallprophylaxe wahrscheinlich wirksamer als bisher angenommen. Dies legt eine im Journal «Archives of Internal Medicine» veröffentlichte Metaanalyse US-amerikanischer Forscher aus Ohio nahe. Die Forscher um den Kardiologen Venu Menon werteten acht randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt 32.053 Patienten aus den Jahren 2001 bis 2011 aus. Alle Studien verglichen den Vitamin-K-Antagonisten Warfarin mit einer alternativen antithrombotischen Therapie für die primäre und sekundäre Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit nicht-kammerbedingtem Vorhofflimmern. Warfarin ist weltweit eines der am häufigsten eingesetzten antithrombotischen Mittel. In Deutschland verschreiben Ärzte jedoch vor allem Phenprocoumon.

 

Die jährliche Rate der Schlaganfälle und systemischer Embolien lag bei den Warfarin-Patienten bei 1,66 Prozent. Die Rate schwerwiegender Blutungen variierte von 1,4 bis 3,4 Prozent pro Jahr zwischen den einzelnen Studien. Das Risiko eines Schlaganfalls pro Jahr war signifikant erhöht bei älteren Patienten (2,27 Prozent), Frauen (2,12 Prozent), Patienten mit früheren Schlaganfällen (2,64 Prozent) und Patienten, die zuvor keinen Vitamin-K-Antagonisten eingenommen hatten (1,96 Prozent).

 

Im Vergleich zu einer früheren Metaanalyse von Studien aus den Jahren 1989 bis 1993 fiel das aktuelle Ergebnis signifikant besser aus. In der früheren Auswertung hatte die jährliche Schlaganfall- und Embolierate noch bei 2,09 Prozent gelegen.

 

Den Unterschied erklären die Autoren damit, dass erhebliche Variationen der Ziel-INR-Werte bei den einzelnen früheren Studien bestanden. Die in der neuen Analyse eingeschlossenen Studien zielten hingegen alle auf einen INR-Zielbereich zwischen 2,0 und 3,0. Außerdem erreichten die Patienten der neueren Studien längere Zeit den Zielbereich: bei sieben der acht eingeschlossenen Studien lagen 60 Prozent der Werte oder mehr im angestrebten Zielbereich, bei der früheren Auswertung war dies nur bei zwei von sechs Studien der Fall gewesen. (va)

 

doi: 10.1001/archintermed.2012.121

 

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30.05.2012 l PZ

Foto: Fotolia/F.Schmidt