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Zöliakie: Erhöhtes Depressionsrisiko

 

An Zöliakie erkrankte Frauen haben ein erhöhtes Risiko, eine Depression oder Essstörung zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um  Professor Joshua M. Smyth von der Pennsylvania State University nach einer Onlineumfrage bei 177 Frauen mit Zöliakie. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Chronic Illness» berichten, zeigten 37 Prozent der Frauen depressive Symptome, 22 Prozent sogar Anzeichen einer Essstörung. Der Großteil der Frauen hatte sich strikt glutenfrei ernährt.

 

Die Forscher führen die Ergebnisse vor allem auf die sozialen Probleme der Krankheit zurück. Auswärts essen oder eine Einladung bei Freunden sei für diese Frauen häufig mit Schwierigkeiten verbunden, da sie fürchteten, durch die Einhaltung ihrer Diät auf Unverständnis und Ablehnung zu stoßen.

 

Laut Smyth ist es in Zukunft wichtig, Patienten nach der Diagnose auch psychologisch zu betreuen und bezüglich schwieriger Situationen, die in ihrem Umfeld auftreten könnten, zu schulen. Denn die Einhaltung einer lebenslangen Diät stellt bei Zöliakie oftmals die einzige Therapiemöglichkeit dar. (va)

 

doi: 10. 1177/1742395311417639

 

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03.01.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Ariwasabi