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Zuckerersatz: Stevia bekommt EU-Zulassung

 

Ein pflanzliches Süßungsmittel aus der Stevia-Pflanze darf demnächst in der EU verwendet werden. Die EU-Kommission genehmigte die Verarbeitung von Steviolglykosid in Lebensmitteln, nachdem die Mitgliedsstaaten im Sommer zugestimmt hatten. Nach EU-Angaben hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Unbedenklichkeit des Stoffs festgestellt. Stevia stand lange im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein.

 

Steviolglykosid wird aus den Blättern der in Paraguay wachsenden Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen und soll bis zu 300 Mal süßer sein als Haushaltszucker. Die Lebensmittelindustrie will den pflanzlichen Zucker für kalorienreduzierte Produkte wie Softdrinks, Joghurt, Müsli und Schokolade nutzen. So hat der Getränkekonzern Coca-Cola nach eigenen Angaben in den USA und Frankreich bereits Getränke mit Stevia eingeführt und forscht für Deutschland am Einsatz des Rohstoffs, der keine Kalorien hat.

 

Verbraucher sollen sich zudem künftig einfacher über erlaubte Zusatzstoffe in ihrem Essen informieren können. Die EU-Kommission stellte zwei neue Listen aus ihrer Datenbank ins Internet. Auf der ersten werden ab Juni 2013 Lebensmittel-Zusatzstoffe geführt, die zeigen, in welchem Nahrungsmittel diese Stoffe auftauchen. Eine zweite Liste betrifft Zusätze in Stoffen, die Lebensmitteln beigemischt werden, wie Aromen und Nährstoffe. Sie wird in den kommenden Wochen gültig. Bis 2020 wird die EFSA alle der 320 in der EU erlaubten Zusatzstoffe neu prüfen. Dabei geht es auch um den umstrittenen Süßstoff Aspartam.

 

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15.11.2011 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Christian Jung